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Ufa-Star Marika Rökk: Große Erinnerungsparty zum 95. Geburtstag / Fred Bertelmann zu Besuch

"Schlicht und einfach ein wunderbarer Mensch"

Bückeberg (sig). Fred Bertelmann, als singender Vagabund zu großem Ruhm gekommener Schlagersänger, und Filmschauspieler, macht aus seiner Verehrung kein Hehl: , "Ich war schon als junger Musikstudent ein Fan von Marika Rökk und auch von Johannes Heesters; beide waren für mich Vorbilder an Fleiß, Pflichtgefühl und Pünktlichkeit", diktiert er einem ARD-Fernsehteam beim Interview im Gasthaus Walter in die Mikrophone. Grund ist das Treffen des Rökk-Fanclubs anlässlich des 95. Geburtstages des verstorbenen Filmstars.

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Die Rökk, so Bertelmann, habe zwar toll eine Diva spielen können, sei aber nie eine gewesen, sondern stattdessen schlicht und einfach ein wunderbarer Mensch. Unermüdlich habe sie geprobt, bis alles perfekt war. Bertelmann bedauerte, dass er nie zusammen mit der Rökk einen Film gedreht hat. Bei Showshingegen sei man schon zusammengetroffen. "Wir wohnten zusammen im Parkhotel Schönbrunn in Wien; nach dem Aufnahmetag trank sie zusammen mit Ehemann Fred Raul einen Tokayer, ich dagegen einen Feierabendwhisky", erinnerte sich der "lachende Vagabund". Und als er beim Erinnerungstreffen im Gasthaus Walter auf dem Fernsehschirm den Auftritt der damals 83-jährigen Rökk beim "Frühlingsfest der Volksmusik" mit Carmen Nebel sah, da blinkte es verdächtig in den Augen von Bertelmann. Es war schon bewundernswert, welche Kondition und Biegsamkeit die Seniorin des Revue- und Operettenfilms auch im hohen Alter noch besaß. Und wer bei ihrem 85. Geburtstag im damaligen "Deutschen Haus" in Obernkirchen dabei war, der erlebte es sogar noch, dass sie auf einen Tisch stieg und dort einige Steppschritte vorführte. Zum engsten Freundeskreis der mit ungarischem Blut geborenen Ufa-Schauspielerin gehörte auch die Obernkirchener Fanclub-Chefin Ursula Meyer - und das schon seit über 50 Jahren. Zusammen mit ihrer Freundin Eva Fethke feierte sie seit 1953 fast jeden Geburtstag mit Marika Rökk. Ursula Meyer hatte keine Kosten und keine Mühen gescheut, das Erinnerungstreffen auf dem Bückeberg zu organisieren. Im Gasthaus gab es eine Ausstellung mit Kleidern, Mänteln, Schmuck, Plakaten und vielen Autogrammkarten des Filmstars. Sogar der kleine Schminktisch, den sie auf Reisen mit sich führte, war dabei. Nach dem Tod von Marika Rökk haben die beiden Frauen aus der Bergstadt viele Erinnerungsstücke erworben, unter anderem einen schwarzen Frack und Zylinder, den sie bei einigen Shows trug. Ursula Meyer gab dem Fernsehteam der Sendung "Brisant" notwendige Erläuterungen zur Ausstellung und sprach auch über ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin, die einige Male mehrere Wochen lang Ferien in Obernkirchen gemacht hatte. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken kündigte Hausherr und NDR-Moderator Rainer Ballin den Auftritt von Fred Bertelmann an. Der brachte dann mehrere unvergessliche Melodien zu Gehör, unter anderem seinen ersten Erfolgssong "Zwei Gitarren am Meer", "Der lachende Vagabund" und "So war mein Leben" - ein sängerisches Bekenntnis, das auch an Harald Juhnke erinnerte. Erstaunlich das Stimmvolumen, über das der heute bereits 83-jährige Bertelmann verfügt. Er verbringt seinen Lebensabend am Starnberger See und rief den Mitgliedern des Rökk-Fanclubs zum Abschluss zu: "Wir sollten uns öfter sehen!" Widerspruch gab es dabei keinen.

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