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Vizepräsident des Kreisschützenverbandes übernimmt Vorsitz von Helmut Strahler

Scheier Schützen hoffen auf eine bessere Zukunft mit Reinhard Zimmer

Scheie. Als wenn der Auftritt des alten Vorstands um Helmut Strahler auf der Jahresversammlung des Schützenvereins Scheie an Peinlichkeit noch zu überbieten gewesen wäre, setzt Damenleiterin Ursula Ringhoff am Ende doch noch einen Satz drauf: "Wenn sie bitte nicht schreiben würden, dass wir eine schlechte Jugendarbeit gemacht haben. Und auch unsere Damen sind sehr erfolgreich."

Vorsitzender Helmut Strahler (l.) gratuliert seinem Nachfolger R

Autor:

Joachim Angermüller

Vorausgegangen war der Versuch Hans-Jürgen Wöpkings, vielleicht doch noch inhaltliche Gründe für das Ende der zwölfjährigen Arbeit Helmut Strahlers als Vorstandsvorsitzender und Ansätze für die Rückkehr in die Bundesliga der Schützen zu finden. Nach der Antwort des sichtlich um Fassung ringenden Helmut Strahlers war aber nurweiterhin klar, dass die verhärteten Fronten innerhalb von Vorstand und Verein es auch dem neuen Vorsitzenden Reinhard Zimmer nicht leicht machen werden, die aktuelle Position des Vereins neu zu bestimmen und ihn sportlich erfolgreich auszurichten. Selbst Ehrenvorsitzender Klaus Knirsch wollte nicht in Abrede stellen, dass HelmutStrahler nach starken Anfängen die letzten vier Jahre auch ebenso stark nachgelassen hätte. Und auch Helmut Strahler gestand nach der Versammlung ein, ein Formtief gehabt zu haben: "Jeder kann doch einmal etwas schwächeln", sagte er. Wie tief der Verein aber tatsächlich derzeit in der Krise steckt, verdeutlichen vor allem die Vorstandswahlen. Gleich am Anfang verließen drei potenzielle Kandidaten für den Vorstandsvorsitz geschlossen den Raum und kehrten erst gemeinsam wieder in den Raum zurück, nachdem Reinhard Zimmer als neuer Vorsitzender feststand. "Ich werde nicht viel Zeit haben", erklärte dieser aber schon vor seiner Wahl, "da ich neben meiner Vizepräsidentschaft für die Kreisschützen auch noch einen Beruf im Dreischichtbetrieb und eine Familie habe". Trotz dieser Ankündigung wurde er mit 26 von 33 Stimmen gewählt, da der Verein sonst- mangels Alternativen - geschlossen worden wäre. Trotz der drohenden Schließung des Vereins wollte sich aber - auch nach langem Ringen - kein Schießsportleiter finden lassen. Diese Position bleibt damit ebenso unbesetzt wie die des Schriftführers. Renate Hattendorf-Strahler erklärte sich aber vorerst bereit, das Protokoll der Jahresversammlung kommissarisch zu führen. Angesichts der Fülle auch auf der Jahresversammlung nur vertagter Probleme, äußerte sich der neue Vorstandsvorsitzende Reinhard Zimmer auch sehr zurückhaltend über seine Pläne zur künftigen Vereinsarbeit: "Ich werde aus Zeitmangel in jedem Fall mehr delegieren und überprüfbare Ziele festlegen als mein Vorgänger." Und fasste seinen Gesamteindruck von der Versammlung zusammen, indem er noch hinzufügte: "Über sportlich erfolgreiche Arbeit nachzudenken, macht hier wohl erst dann Sinn, wenn sich die Wogen im Verein wieder etwas geglättet haben."

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