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Harsche Kritik an Absage der Bezirksmeisterschaften wegen des Streiks

Schaumburger Schwimmer entsetzt

Bückeburg/Obernkirchen. Mit Fassungslosigkeit und Entsetzen haben nach dem Kreisschwimmverband Schaumburg auch die heimischen, Schwimmsport treibenden Vereine auf die Absage der Bezirksmeisterschaften in Hannover reagiert. Am vergangenen Wochenende hatte der Bezirksschwimmverband den Wettkampf auf Grund der unbefristeten Bestreikung des Stadionbades Hannover ersatzlos streichen müssen (wir berichteten).

Autor:

Johannes Pietsch

Aus dem Kreis Schaumburg hatten sich 25 Schwimmerinnen und Schwimmer für den Wettkampf qualifiziert, so viele wie noch nie zuvor. Insgesamt sind 466 Aktive und rund 200 ehrenamtliche Trainer und Betreuer von dem Ausfall betroffen. Erich Koch, Chef des VfL Bückeburg und stellvertretender Bezirksschwimmwart im Bezirk Hannover, fehlt für das Verhalten der Dienstleistungsgewerkschaft jegliches Verständnis: "Für unsere Sportler und Trainer fällt ein Wettkampf weg, auf den seit Monaten hingearbeitet wurde." Alle Wettkämpfe seien bis zu den Deutschen Meisterschaften im Juni aufeinander aufgebaut. Diese Bahn werde jetzt unterbrochen, und es gebe für die Aktiven kaum eine Chance, die ausgefallenen Qualifizierungsmöglichkeiten nachzuholen. "Dass Tarifauseinandersetzungen auf dem Rücken des Sports ausgetragen werden, können wir unmöglich akzeptieren." Ralph Seele, Chef der Startgemeinschaft Schwimmen Bückeburg, sieht durch die Absage die Motivation vieler Aktiver und Ehrenamtlicher in Gefahr: "Durch den Ausfall ist enorm viel Training und Vorbereitungszeit umsonst gewesen. Für viele fällt schlicht der Höhepunkt des gesamten Wettkampfjahres weg. Hier werden Sportler, die sich nicht wehren können, von einer Gewerkschaft als Geisel genommen." Marcus Reineke, Abteilungsleiter Schwimmen bei den Schwimm- und Sportfreunden Obernkirchen, erachtet das Verhalten der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di als Schlag ins Gesicht der Betroffenen. "Seit den Weihnachtsferien haben wir zusätzliche Trainingseinheiten in Minden organisiert. Die Schwimmer bezahlen dort den Eintritt selbst, hinzu kommen die hohen Fahrtkosten. Dieser ganze Aufwand ist nun umsonst gewesen." Heutzutage sollte eine Gesellschaft froh sein, wenn Kinder und Jugendliche sich im Sport engagierten. Dies sei aberder Gewerkschaft ver.di offensichtlich egal. Der Pressesprecher der Dienstleistungsgewerkschaft, Martin Peter, zeigte sich auf Nachfrage dieser Zeitung völlig ahnungslos. Er sei über die Bestreikung des Stadionbades und deren Auswirkungen auf die Bezirksschwimmmeisterschaften nicht informiert.

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