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Stiftung legt Prognose bis 2025 vor

Schaumburg wird 7000 Einwohner weniger haben

Landkreis (jl). Der Landkreis ist bevölkerungsmäßig auf Schrumpfkurs, und seine Menschen werden immer älter. Diese schon länger absehbare Tendenz wird sich verschärfen. Das geht aus der neuen Bevölkerungsprognose hervor, die die Bertelsmann- Stiftung zu Beginn dieser Woche veröffentlicht hat.

Dass die neue Hochrechnung ungünstiger ausfallen würde als die vorherige Prognose für den Zeitraum 2003 bis 2020, dürfte aus der realen Bevölkerungsentwicklung der jüngsten Vergangenheit deutlich werden, die die Experten in ihre Prognose eingearbeitet haben. Der neue Hochrechnungszeitraum reicht von 2006 bis 2025. In Schaumburg schrumpft die absolute Bevölkerungszahl nach den Daten des Niedersächsischen Landesamtes seit 2003 nach einer Wachstumsperiode, die bis 1987 zurück reicht. Im vorigen Jahr hat ein ganz wichtiger Faktor erstmals ein negatives Vorzeichen bekommen: Das sogenannte Wanderungssaldo weist 2007 minus 282 aus. Das heißt: Deutlich mehr Menschen haben den Landkreis verlassen als zugezogen sind. Unterm Strich hat Schaumburg allein in dem Jahr 935 Menschen verloren. Laut der neuen Bertelsmann-Prognose soll der Landkreis bis 2025 etwa 7000 Einwohner verlieren. Das sind mehr als beispielsweise heute die Gemeinde Auetal an Bürgern hat. Wie schon bei der früheren Prognose wird der Exodus für alle großen Städte im Landkreis vorhergesagt. Da zeichnet sich keine Trendwende ab. Letzteres gilt aber für einige ausgewählte Kommunen, denen noch bei der alten Hochrechnung ein zum Teil deutliches Wachstum vorhergesagt worden war. Betroffen sind die Samtgemeinden Sachsenhagen, Nenndorf, Rodenberg und Eilsen, die wegen ihrer Nähe zur Region Hannover oder ihrer besonderen Infrastruktur (Bad Eilsen,Bad Nenndorf) vorher für die Zeit um 2020 schwungvolle Bevölkerungskurven nach oben hatten und nun einen eher geraden Prognoseverlauf mit Tendenz Stillstand zugesprochen bekommen haben. Stichwort Alter: Der Durchschnitts-Schaumburger wird 2025 48,4 Jahre alt sein und nicht 43,6 wie 2006. Und doppelt so viele Menschen wie heute werden dannälter als 80 Lenze sein. Ganz entscheidend für die Entwicklung ist nach Angaben der Gütersloher Experten der Faktor Arbeit. Arbeit als Angebot im Kreis sowie die Lage des Arbeitsplatzes von den eigenen vier Wänden aus betrachtet. Bei beiden Aspekten gibt es für Schaumburg nicht unbedingt Positives zu melden. Mehr dazu, zu bereits spürbaren Folgen des Schrumpfens und über mögliche Handlungsstrategien können Sie morgen in unserer Wochenendbeilage lesen.

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