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Schlagloch-Pisten in Bad Münder Thema im Gremium / Politik befürchtet Straßensperrungen

„Sanieren statt flicken“ – dem Ortsrat reicht‘s

Bad Münder (jhr). Schlaglöcher, Risse, tiefe Krater: Viele Straßen in Bad Münder sind in einem miserablen Zustand. Seit Jahren nicht saniert, hat ihnen jetzt der zeitweise strenge Winter arg zugesetzt. Für viele Mitglieder des Ortsrates Bad Münder ist nun das Maß voll: Sie fordern eine Beschäftigung des Stadtrates mit dem Straßensanierung.


Auf die Tagesordnung war das Thema durch einen proBürger-Antrag gerutscht. Zwar hatte Helmuth Mönkeberg gleich bei der Vorstellung des Problems der tiefen Krater in münderschen Straßen auf die schnelle Reaktion durch Bauamt und Baubetriebsamt hingewiesen, die Diskussion war jedoch eröffnet und näherte sich bald grundsätzlichen Fragen an: Jürgen Tansinne (SPD) fragte, ob das Baubetriebsamt überhaupt noch die Chance habe, „vernünftig tätig zu werden“. „Sind wir bereit, neue Leute einzustellen, vernünftige Maschinen anzuschaffen? Oder wird auch hier die Privatisierung durch die Hintertür vorangetrieben? Dann sehen unsere Straßen bald nicht besser aus als die der DDR“, erklärte er mit Hinweis auf die Entwicklung im Bereich der städtischen Grünpflege.

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU) machte deutlich, dass das Baubetriebsamt noch vor Jahren den doppelten Betrag für die Beseitigung deutlich weniger Schlaglöcher zur Verfügung gehabt habe.

Für Uwe Nötzel (SPD) der Ansatzpunkt, für einen grundsätzlichen Wechsel in der Haltung zu plädieren: „Die Sünden der Vergangenheit holen uns massiv ein. Wenn ich immer nur flicke, dann habe ich die Löcher jedes Jahr größer wieder da“, erklärte er. Eine „vernünftige Sanierung“ hingegen werde langfristig die Folgekosten senken. „Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem wir es nicht noch weiter rauszuzögern können. Wir werden sonst bald die ersten Straßen sperren müssen“, warnte er.

Während sich Hubertus Wöllenstein darüber ärgerte, dass die Verwaltung ihre „ureigenste Aufgabe“, das „operative Geschäft“, nicht erfülle, während auf der anderen Seite „verantwortungslos“ Geld für Gutachten ausgegeben werde, stellte sich Ortsratsbetreuer Tobias Pischel schließlich vor seine Verwaltungskollegen. „So einfach, wie Sie es sich machen, ist es nicht. Es ist Aufgabe des Rates, der Verwaltung zu sagen: ,Hier habt ihr die personelle Ausstattung, hier habt ihr die Mittel‘“, erklärte er.

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