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Ausschuss für PV-Anlage auf Schul- oder Sporthallendach / Entweder Privatleute oder Eilsen als Investor

Samtgemeinde will aus der Sonne Profit schlagen

Eilsen/Heeßen. Das "Grabbe"-Gremium wird seinem Doppelauftrag als Bau- und Umweltausschuss gerecht: Unter Vorsitz des Ahnser Vorsitzenden haben die Politiker am Donnerstagabend im Lehrerzimmer der Grundschule Heeßen die - einstimmige - Empfehlung abgegeben, auf dem Dach des Neubaus und/oder der Turnhalle eine Photovoltaik- (PV) Anlage mit einer Leistung von bis zu 30 kW zu installieren - oder installieren zu lassen. Die Investition beträgt rund 135 000 Euro; die Wartung würde etwa 200 Euro im Jahr kosten. Die endgültige Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss. Klar ist aber bereits jetzt: Die Samtgemeinde will so oder so an der Erzeugung von Strom aus Sonnenkraft (mit)verdienen.

Große Fläche, ideale Südlage: Das Dach der Sporthalle (großes Fo

Autor:

Thomas Wünsche

An der Sitzung nahmen auch die zwei potenziellen Investoren und Betreiber, Lothar Büthe und Klaus-Peter Niederland sowie ein E.ON-Energieberater teil. Büthe ist Elektromeister in Bad Eilsen, Niederland hat in Heeßen bereits eine kleinere PV-Anlage als Referenzobjekt errichtet. "Das Dach der Turnhalle Heeßen", so Büthe, "bietet eine unverbaute Südseite und hat genug Fläche, eine große Anlage tragen zu können". Niederland: "Das Projekt wäre darüber hinaus eine prima Werbung für die Samtgemeinde." Weil die Investition "allein" kaum zu leisten sei, denkt das Duo darüber nach, interessierte Bürger im Rahmen einer GmbH an Kosten und Ertrag der Anlage zu beteiligen; drei ähnliche Projekte, gleichfalls auf öffentlichen Gebäuden, laufen bereits seit Jahren erfolgreich in Rinteln. Das - erhoffte - Grundsatz- O.K. kommt von Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat: "Voraussetzung ist aber, dass die Statik des Daches eine solche Anlage trägt und die Betreiber eine Haftpflichtversicherung gegen eventuelle Schäden abschließen." Weitere Bedingung: "Die Samtgemeinde", so Wischnat, "erhält zehn Prozent von jeder eingespeisten Kilowattstunde, die die Betreiber vergütet bekommen". Der Vergütungssatz liegt derzeit bei 51,8 Cent für Anlagen mit einer Leistung unter 20 kW; die Samtgemeinde würde etwa 1200 Euro pro Jahr erhalten. Besagten Satz will der Verwaltungschef als "Entschädigung" dafür verstanden wissen, dass die Samtgemeinde das Dach der Schule und/oder Turnhalle bereit stellt. Alternative laut Wischnat: Eilsen tritt, "wenn die Sache wirklich so gewinnbringend ist", selbst als Investor und Betreiber der PV-Anlage auf. Büthe und Niederland, den es nach eigenen Worten nicht nur um den Profit, sondern auch um dasEinführen neuer Umwelttechnik in Eilsen geht, wären auch damit einverstanden. Wie auch immer: Der E.ON-Energieberater zeigt sich auf Nachfrage zwiegespalten: "Aus Sicht von E.ON können wir Photovoltaik nicht gebrauchen." Außerdem rentiere sich eine solche Investition erst nach 20 Jahren. Seine persönliche Meinung ist indes eine andere: "Auf einem Schuldach fände ich selbst eine solche Anlage Klasse!" Letzteres ist auch die Ansicht von Kai Alack (SPD): "Fast alle großen Bauernhöfe im Raum Nienburg haben mittlerweile eine Solaranlage auf dem Scheunendach. Und Bauern können bekanntlich gut rechnen ..." Vorschlag von Horst Rinne (CDU), der die von Wischnat ins Spiel gebrachte Alternative aufgreift: "Wir könnten die Anlage ebenso gut selber installieren und auch betreiben. Das Geld könnten wir uns von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu Konditionen von zwei Prozent Zinsen und drei Prozent Tilgung besorgen. Oder wir legen das Geld aus der mit drei Prozent verzinsten Rücklage dafür an." Die Entscheidung liegt jetzt beim Verwaltungsausschuss.

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