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Übungsleiter: "Vorstand hat keinerlei Stillhaltevereinbarungen mit uns getroffen"

Rückschlag für die VT Bückeburg - die Leichtathletik geht zum VfL

Bückeburg (bus). Die Vereinigte Turnerschaft von 1861 Bückeburg (VTB) muss im Kampf um ihr Fortbestehen einen Rückschlag wegstecken: Die von Erich Döllner geleitete Leichtathletikabteilung ist komplett zum VfL Bückeburg gewechselt. Das gaben die Übungsleiter Martina und Erich Döllner sowie Thomas Schubert und Ulf Walkling gegenüber der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung zu verstehen. Der Wechsel wirft zugleich einen Schatten auf die Glaubwürdigkeit der Informationspolitik des von der Insolvenz bedrohten Vereins. Entgegen einer Verlautbarung der Turnerschaft sei von der Abteilung "keinerlei Vereinbarung mit der VTB getroffen" worden, stellen die Übungsleiter fest.

Eine Fotoerinnerung an glücklichere Tage: Manfred Hohmann (hinte

Der Verein hatte in der zurückliegenden Woche in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, "mit allen Sparten", also auch den abwanderungswilligen Leichtathleten, ein Abwarte-Übereinkommen getroffen zu haben. "Diese Darstellung ist nicht in Ordnung", sie stimme nicht, sagen die Übungsleiter. Was im Klartext Rückschlüsse auf eine Irreführung der Öffentlichkeit zulässt. Erich Döllner, eigenen Aussagen zufolge "VTBer mit Herz und Seele" und seit mehr als 50 Jahren Vereinsmitglied: "Fakt ist, wir sind weg." Die Neuorientierung der etwa 60 Mitglieder umfassenden Gruppe sei "zu einhundert Prozent" erfolgt. Die Leichtathleten schildern den Verlauf der vom VTB-Vorsitzenden Manfred Hohmann für Freitag, 2. Juni, einberufenen Zusammenkunft aller Übungsleiter mit den Worten: "In seinen Ausführungen hat Herr Hohmann die aussichtlose Situation des Vereins geschildert und in Aussicht gestellt, dass es die VT Bückeburg in einigen Tagen, Wochen oder ein bis zwei Monaten nicht mehr geben würde. Es wurde den Versammlungsteilnehmern weiterhin erklärt, dass man von allen Seiten des Vereins bemüht sei, den Abteilungen, wie sie sich auch entscheiden würden, beim Übergang zu einem anderen Verein oder bei der Neugründung behilflich zu sein." Angesichts der unmittelbar bevorstehenden Wettkampfsaison (erster Meisterschaftstermin war Mittwoch, 7. Juni) hätten die Leiter sich unverzüglich Gedanken über die Zukunft der zwischen sechs und 13 Jahre alten Sportler machen müssen. In dieser Situation habe es kein langes Überlegen geben können. "Unser Einsatz gilt in erster Linie den Interessen der Sport treibenden Kinder und Jugendlichen", unterstreichen die Trainer. Diese Interessen seien höherrangig als "alles Traditionsgedusel". Im Anschluss an die Sitzung sei Kontakt mit drei Bückeburger Vereinen aufgenommen und schließlich eine, dem VTB-Vorsitzenden unverzüglich mitgeteilte, Entscheidung pro VfL gefällt worden. Vor dem endgültigen Vereinswechsel (Montag, 5. Juni) hätten die Fachverbände auf Kreis- und Landesebene "grünes Licht" gegeben. Ob vor diesem Hintergrund eine für Mittwoch, 28. Juni, vom VTB-Vorstand mit dem Vermerk "wichtig!" versehene Gesprächseinladung an "alle Beteiligten der Leichtathletik, Sportler, Eltern und Trainer" fruchten wird, erscheint mehr als fraglich. Die Übungsleiter: "Der einmal eingeschlagene Weg zum VfL ist verbindlich und wird nicht rückgängig gemacht." Unterdessen haben die Leichtathleten für Montag, 3. Juli, zu ihrer um 19 Uhr beginnenden Gründungsversammlung ins VfL-Heim im Bückeburger Jahnstadion eingeladen.

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