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Norddeutsche Hobby-Kicker ermitteln Sieger bei Regionalturnier / Ostwestfalen liegen vorne / Schaumburger auf Platz 15

"Ruckzuck" krökelt sich durch bis nach Rüdesheim

Apelern (nah). Die reaktionsschnellsten Tischfußballer Norddeutschlands wohnen in Ostwestfalen. Martin Landwehr (49) aus Augustdorf bei Paderborn und Knut Günther (57) aus Espelkamp haben die Regionalausscheidung eines bundesweiten Kickerturniers gewonnen. Zehn dieser Wettbewerbe organisiert der Spirituosenhersteller Asbach in diesen Wochen. Das Finale steigt Anfang Juli am Firmensitz Rüdesheim.

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Blitzschnell fliegt der kleine weiße Ball zwischen den 22 Figuren hin und her. Die blauen und roten Akteure haben kein leichtes Los: Manchmal hängen sie sogar kopfüber über dem Spielfeld oder drehen sich wirbelnd in der Luft. Dann saust die kleine Kugel mit bis zu 50 Stundenkilometern Geschwindigkeit ins winzige Tor. Beifall brandet unter den etwa 50 Zuschauern auf, die sich im Saal des Apelerner Hotels "Berghof" drängeln. Sie werden Zeugen eines spannenden Finales, bei dem das Siegerduo "Ruckzuck" am Ende mit 10:6 Toren gegen die "Unkrautvernichter" aus Braunschweig gewinnt. Auf den dritten Platz kommen die "Glücksspieler" aus Friedland. Die einzige Schaumburger Vertretung mit Dennis Schulte und Hinnerk Heise aus dem Auetal schaffte den 15. Rang. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 hatte der Weinbrandproduzent schon einmal zum großen Krökeln aufgerufen. Immerhin sollen in Deutschland über 100 000 Tische stehen. Wer schon einmal selbst Hand an die Stangengriffe gelegt hat, weiß, dass Auge und Hand miteinander koordinieren müssen, dass blitzschnelle Konzentration und körperliche Fitness wichtig sind, um mehr als nur ein Spiel zu überstehen. Deshalb blieb die eigens installierte Bar des Veranstalters auch lange verwaist. Erst nach der Siegerehrung wagten sich die ersten Gäste an Mischgetränke oder den speziellen "Cup-Drink". Da hatten Landwehr und Günther längst die schulterklopfende Anerkennung der schärfsten Konkurrenten genossen. Schließlich waren sie die ältesten Teilnehmer unter den 24 Mannschaften, die bis aus Berlin, Ostfriesland und dem Eichsfeld nach Apelern gekommen waren. Bis 1992 hatte das Duo regelmäßig gekrökelt. Nun wollten sie es nach langer Pause wieder einmal gemeinsam wissen - und gewannen nach dem Qualifikationsturnier auch die Regionalentscheidung. Ein großer Pokal sowie die Einladung zum Finale in Rüdesheim samt touristischem Beiprogramm waren der Lohn. Dort treffen sie am 6. Juli auf 15 gegnerische Mannschaften. Die Sieger werden übrigens während einer Fahrt mit dem Rheinschiff "Asbach" ermittelt. Vielleicht sind dann auch noch die Braunschweiger "Unkrautvernichter" bei: Sechs Zweitplatzierte aus den Regionalkämpfen werden noch hinzugelost. Auch für Apelerns Hotelier Danyel Stratoff war das Turnier eine spannende Sache. "Beim nächsten Mal bewerbe ich mich wieder", freute er sich auch über einige Übernachtungsgäste, die erst am anderen Morgen die weite Heimreise antreten wollten. Begeistert war er auch von den Ausrichtern: Ein Frankfurter Spezialveranstalter hatte fünf Spieltische mitgebracht und den gesamten Ablauf organisiert.

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