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Schräge Kanten am Bahnhof nicht zu überwinden / Umbau 2009

Rollis am Bushof nicht willkommen

Bückeburg (rc). Die Bushaltestellen vor dem Bückeburger Bahnhof sind nicht behindertengerecht. Ein Bild davon machte sich kürzlich der Bau- und Umweltausschuss während eines Ortstermins. Mit dabei war der Krainhäger und gebürtiger Bückeburger Rollstuhlfahrer Jürgen Ostermeier, der gegenüber der Politik und der Verwaltung massiv die unzumutbaren Zustände beklagt hatte. Mit einem Rollstuhl seien die schrägen Bordsteinkanten hinauf auf die beiden Mittelinseln nicht zu bewältigen. Außerdem seien die Bordsteine zu hoch gesetzt, um von dort in die Bussezu kommen, die teilweise ausfahrbare Rampen für den Ein- und Ausstieg von Rollstuhlfahren oder Müttern mit Kinderwagen haben.

"Ich darf hier nicht rauf": Jürgen Ostermeier mit seinem Rolli a

Im Ausschuss bestand grundsätzlich Einigkeit, dass dringender Handlungsbedarf besteht, zumal die Stadt gesetzlich verpflichtet ist, dafür zu sorgen, dass Bushaltestellen barrierefrei erreichbar sein müssen. Baubereichsleiter Karlheinz Soppe erläuterte dem Ausschuss zwei Möglichkeiten, des Problems Herr zu werden. Die kostengünstige Lösung - 12 000 Euro - sieht die Abflachung der Bordsteine an einem Ende der Mittelinseln - hin zum alten Taxenstand - vor, wo auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls der Bordstein abgeflacht werden soll. Die teurere Variante - 24 000 Euro - sieht den kompletten Ausbau der schrägen Bordsteinkanten und den Neueinbau sogenannter Kappsteine vor, die im 90-Grad-Winkel aus dem Boden ragen und Busse so abweisen, dass sich deren Reifen nicht auf die Inseln ziehen können. Beide Inseln würden neu gepflastert werden und - Anachronismus pur - ein Pflanzbeet auf der zweiten Mittelinsel abgebaut: "Warum das da überhaupt ist, ist nicht nachvollziehbar." Dazu soll ebenfalls in Richtung alter Taxenstand der Bordstein abgeflacht und anschließend die Pflasterung in Richtung Bahnhof mit ihren Natursteinbändern begradigt werden. Derzeit werden dort die Rollstuhlfahrer heftig durchgeschüttelt. Ob die Busse nicht andersherum hereinfahren könnten? Ob die Haltestelle nicht direkt vor dem Bahnhof oder aber an die Straße "Am Bahnhof" gelegt werden könnte? Ob nicht auch eine Überdachung her muss? Ob die Rampen nicht aus Richtung Osten abgeflacht werden sollten? Ob nicht noch dieses Jahr gebaut werden sollte, um in den Genuss eines 90-prozentigen Zuschusses seitens des Landkreises zu kommen? Eine Menge Vorschläge und Anregungen schwirrten hin und her. Im warmen Rathaussaal klärte sich die Situation. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass die große Lösung verfolgt werden soll, auch wenn die Verwaltung zur Vorlage weiterer Details aufgefordert wurde. Der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD): "Wir brauchen eine vernünftige Lösung für beide Inseln." Auch die Finanzierung ist gesichert. Im laufenden und im kommenden Jahr stehen in den entsprechenden Haushaltsstellen 22 700 Euro. Mit den zu erwartenden Zuschüssen sollen an erster Stelle die Bushaltestellen am Bahnhof gemacht werden, so der Vorschlag des Baubereichsleiter. Danach sollen nach und nach die Bushaltestellen in Röcke und Rusbend auf Vordermann gebracht werden. Entsprechende Anträge liegen vor. Danach sind Scheie und eine zweite Bushaltestelle in Rusbend an der Reihe.

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