weather-image
23°
Vor dem Ausbau: Hauseigentümer warnen vor dem Erhalt der Platanen und den Folgekosten

Rodenberger Allee: Letzter Appell an die Politik

Bad Nenndorf (rwe). Anlieger der Rodenberger Allee richten einen letzten Appell an die Politik, den Ausbau der Straße in der jetzt geplanten Form zu stoppen. Sie warnen davor, die Platanen stehen zu lassen und sehen gravierende Folgekosten auf die Stadt zukommen. Den Beschluss können sie zwar nicht mehr kippen, aber viele wollen ihr Recht auf Wurzelsperren durchsetzen.

Wenn einer sich auf den anderen verlässt, dann passiert oft gar nichts. Diesen Vorwurf dürften sich derzeit viele Anlieger der Rodenberger Allee machen. "Wir haben geschlafen", gibt Jutta Rohrsen mit Blick auf die große Diskussion zu, die im Jahr 2006 direkt vor ihrer Haustür tobte. Damals hatte die Stadt zunächst geplant, die Rodenberger Allee auszubauen und die Platanen zu ersetzen. Dagegen regte sich Widerstand, angeführt von Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert. Der hielt das Vorhaben für übertrieben, sorgte sich vor den Folgen einer Großbaustelle und sammelte mehr als 5000 Unterschriften für den Erhalt der Bäume.Der Protest hatte Erfolg. Nach der Kommunalwahl kippte der Rat den Beschluss und feuerte den Planer. Ein neues Ingenieurbüro stellte eine Technik vor, wie sich Kanäle und Fahrbahn erneuern lassen, ohne das Grün abzuholzen. Erst als die Stadt kürzlich zur Anliegerversammlung einlud, entlud sich bei einem Großteil der Anrainer der Zorn über den Beschluss. Denn die Wurzeln der gewaltigen Bäume beschädigen nicht nur die Bürgersteige, sondern auch immer mehr die nahen Häuser. Die Stadt habe es verpasst, die Platanen regelmäßig zu schneiden, ärgert sich Rohrsen über Versprechen, die nicht eingehalten wurden. 45 Jahre lang sei nichts geschehen, dann wurde zudem bei einem radikalen Rückschnitt "alles falsch gemacht". Rechtlich kann die Gemeinschaft nicht gegen den Beschluss vorgehen, aber alle wollen eine Wurzelsperre beantragen und notfalls auch vor Gericht erstreiten. Das könnte bei vielen Häusern heikel werden. Dann müsste die Stadt die Wurzeln an der Grundstücksgrenze kappen lassen. Jeder Eingriff im Umkreis von 2,50 Meter gefährde jedoch die Standsicherheit der Platanen, erklärt Baumpfleger Hans Roufflair. Da die Fußwege angehoben werden, bestehen die Anlieger auch bei der Grundstücksentwässerung auf individuellen Lösungen. Dargel warnt: Die von der Stadt angestrebte Lösung werde so "extrem teuer". Die Mehrheit im Rat ficht das offenbar nicht an. Die CDU hatte im Verwaltungsausschuss die Bedenken der Anlieger nochmals zur Sprache gebracht. "Noch ließe sich das Verfahren stoppen, aber wir haben keine Mehrheit dafür", klagt Fraktions-Chefin Ellen Hültenschmidt. Denn für die Gruppe SPD/WGL kommt eine neue Debatte nicht in Frage. Sprecher Volker Busse sagte, auch wenn die Anlieger nun aufgewacht seien, ändere das nichts an der Haltung. "Wir sind für den Erhalt der Bäume." Ähnlich klingt die Reaktion bei der FDP. Ratsherr Andreas Fedler sagte, es gebe bei der überwiegenden Zahl der Menschen den Wunsch, die Platanen zu erhalten.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare