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Robust und fragil zugleich: Kunst mit der Kettensäge

Bakede. Über mangelnde Aufmerksamkeit braucht sich Harry Kolbe nicht zu beschweren. Wenn der Künstler zum Werkzeug greift, wird es laut. Sehr laut sogar – weil Kolbes liebstes Werkzeug nun einmal Kettensägen sind. In verschiedenen Motorisierungen und mir unterschiedlichen Schwertformen, aber immer scharf und laut. Gestern stellte sich der Hildesheimer Holzkünstler beim Fest der Generationen in Bakede vor.

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Bürgervereinschef Rolf Wittich hatte ihn eingeladen. „Für eine gute Veranstaltung braucht man ein Zugpferd, und die Arbeit von Harry Kolbe kommt gut an“, sagt Wittich. Dass die Werke des Hildesheimers in Bakede geschätzt werden, hat der Bürgervereinschef schon bei der Einweihung de Platzes der Generationen beobachten können. Vor Publikum ließ Kolbe aus einem Stamm filigrane Eulen entstehen, die Skulptur hat einen besonderen Platz auf dem Platz bekommen. Gleich daneben steht seit gestern ein mächtiger Grizzly, mannshoch und aus geflämmter Eiche.

Eigentlich wollte Kolbe die Skulptur erneut vor Ort entstehen lassen, doch dann entschied er sich anders: „Das hätte etwas zu lange gedauert“, erklärte der ehemalige Europameister im Schnitzen mit der Kettensäge – stellte mit Bürgervereins-Mitgliedern den daheim geschnitzten schweren Bären auf und erinnerte sich dann daran, dass Blumen beim zarten Geschlecht immer ankommen: Schnitt für Schnitt, Span für Span zauberte er vor den Augen der Zuschauer eine Rose aus einem Eichenstamm – und plauderte über die Wahl der Motive und die richtige Säge-Technik, über seine Anfänge („Viereckige Pilze waren mit irgendwann zu langweilig“).

Wer Kolbe nicht gerade zusah, vergnügte sich beim Boule-Turnier oder nutzte die Gelegenheit zum ausgiebigen Plausch mit Bekannten – Wittich wertete das Fest bei angenehmen Temperaturen als Erfolg. jhr

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