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Entlassfeier mit viel Lob für engagierten und leistungsbereiten Jahrgang: "Alles in bester Ordnung!"

Rintelns Antwort aufübersteigertes Krisengerede

Rinteln (wm). Die erste Halbzeit Deutschland-Argentinien hat niemand vermisst bei der Abiturfeier am Freitag ab 16 Uhr im Ernestinum - den Elfmeter-Krimi bekamen alle ohnehin dann noch mit. Auch niemand bei der Feier hat auf die Uhr geschaut - im Gegenteil: Die Abiturienten feierten ihre Lehrer beim Schlusschor mit minutenlangen Ovationen bei vertauschten Rollen: Die Lehrer zückten ihre Taschentücher.

Applaus für einen erfolgreichen Abiturjahrgang. Fotos: tol

Gymnasialleiter Reinhold Lüthen machte es kurz und herzlich: 16 mit einer 1 vor dem Komma, davon elf (!) Mädchen, "damit können wir uns sehen lassen!" Das Zentralabitur - nicht wirklich ein Problem, die Schüler engagiert ("wenn es darauf ankam") und leistungsbereit: "Also alles in bester Ordnung!" Eine Tonlage, in die auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz einstimmte, der den Abiturienten bestätigte: "Sie sind unsere Rintelner Antwort auf das übersteigerte Krisengerede - junge Leute, die ihr Ziel vor Augen haben und nicht vor lauter Sorge über die Unsicherheit ihrer Altersversorgung zerfließen." Zum Glück hätten ja auch alle den "ganz normalen Pubertätswahnsinn" gut überstanden und das Motto "Besser 'ne 5 als gar keine persönliche Note" doch noch rechtzeitig abgelegt. Aufmunternde Worte folgten auch von Kerstin Lange für die Elternschaft "Flexibilität wie Mobilität" fordere der Arbeitsmarkt, sie seiüberzeugt, dieser Jahrgang werde sich erfolgreich den Herausforderungen stellen. Dina Benito und Thomas Ahlswede ließen die Schuljahre humorvoll Revue passieren: Der Zusammenhalt sei super gewesen ("nicht nur gegen die Lehrer"), beim Zentralabitur hätten sich die Schüler allerdings gewundert: "Die Frage nach Datum und Namen war noch die konkreteste Frage der ganzen Prüfung!" Andererseits habe keiner bisher oft genug Abitur gemacht, um Vergleiche anstellen zu können. Spott gab es für die Mensa-Architektur im Besonderen ("passt nicht zur Schule, aber zum dortigen Essen") und das Schulgebäude im Allgemeinen ("man braucht wohl länger als sieben Jahre, um den architektonischen Charme würdigen zu können"). Zumindest die Lehrerinnen hätten die von der Regierung geforderte Geburtenrate erfüllt: Drei seien schwanger geworden - Nachsatz von Lüthen: "Das ist bei sieben glatt untertrieben." Zum Abschluss ein prägnantes Bonmot: "Schule ist wie die Ozonschicht - man vermisst sie erst, wenn sie nicht mehr da ist." Mit Studiendirektor André Sawade kehrte wieder Ernst im Auditorium ein: "Ihr seid privilegiert, Ihr habt die beste Schulbildung, die dieses Land zu bieten hat." Er sei gespannt, ob es den Abiturienten als Teil der künftigen "Elite" gelingen wird, die Probleme der Gesellschaft mit anzupacken. Dann ein Bekenntnis zum Parteiensystem: Es gebe nämlich kein besser funktionierendes Modell in der Demokratie - nur "zu wenige Bürger, die bereit sind, sich in den Parteien zu engagieren und für die beste Lösung zu streiten". Zum Schluss noch ein Glückwunsch an eine Abiturientin, die wir - nach der Fax-Panne - vergessen haben: Auch Miriam Wenthe aus dem Auetal hat bestanden. Viel Glück für die Zukunft.

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  • Jahrgangsbeste: Carolin Krämer aus Exten mit 1.1: Sie will Kulturwissenschaften studieren.
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  • Zufriedener Schulleiter: 16 mit einer 1 vor dem Komma, davon elf Mädchen.
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