weather-image
Drei Einzelmaßnahmen für die Bückeburger Niederung / Die Aue wird im Bereich der Dammwiesen verlegt

Renaturierung: 260 000 Euro für das Riesenprojekt

Bückeburg (bus). Rolf Fischer hat in seinem Job als Schatzmeister des Fördervereins Bückeburger Niederung 2005 eine behagliche Zeit erlebt. Die Eingänge auf dem Konto liefen nie Gefahr, die 1000-Euro-Grenze zu tangieren. Hier steht in absehbarer Zeit ein kolossaler Wandel an. Die Förderer haben mit dem Landkreis ein Projekt angeschoben, das mit 260 675 Euro zu Buche schlägt. Während der Hauptversammlung des Vereins stellte Dr. Jochen Beug vom Naturschutzamt des Landkreises Details vor.

Dem Vorstand gehören an: Wolfhard Müller (sitzend, von links) un

Das Projekt "Renaturierung der Bückeburger Niederung" umfasst drei Maßnahmen. Der mächtigste Brocken, die Verlegung der Aue im Bereich Dammwiesen (131 000 Euro), dient dem Hochwasserschutz. Mit Blick auf den Naturschutz (Rastvögel) soll auf den Amtmannschen Wiesen ein Stillgewässer (58 800 Euro) angelegt werden. Die Erstellung zweier kleiner Tümpel in den Bereichen Scheier Bruch und Mittleres Bruch (70 875 Euro) hat den Schutz von Amphibien zum Ziel. Auf den Dammwiesen sollen auf einer 7 200 Quadratmeter großen Fläche 12 000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden, um dem Gewässer den Charakter als mäandernde Auenlandschaft zurückzugeben. Der "Kanal" bleibt erhalten und dient über einen speziellen Abzweig in Hochwassersituationen als Abschlagsmöglichkeit. Das Wasserstraßenbauamt Minden hat Bereitschaft signalisiert, einen großen Teil des Aushubs kostenlos auf der Erddeponie am Mittellandkanal zu lagern. Das einen Hektar große Rastvogelgewässer wird, anders als die in der Vergangenheit angelegten Flachgewässer, über eine Tiefwasserzone verfügen. Zum zusätzlichen Schutz der rastenden Zugvögel ist daran gedacht, den Fußgängerverkehr in diesem Gebiet zu limitieren. Als Ausgleich könnte ein Turm dienen, der unweit der Amtmannschen Brücke zu Beobachtungszwecken entstehen soll. Mit den beiden Tümpeln greifen die Planer Teile des Laubfroschprojekts des Naturschutzbundes auf. Geht es nach dem aktuell diskutierten Zeitplan, soll die Rückbettung der Aue noch in diesem Jahr begonnen und abgeschlossen werden. Je nach Wetterlage könnten darüber hinaus im Anschluss an diese Maßnahme die Bagger 2006 auch im Scheier Bruch aktiv werden. Das Rastgeflügel muss voraussichtlich bis 2007 Jahr mit den vorhandenen Angeboten klarkommen. Die Fördervereinsmitglieder sind wegen der bewilligten Fördersummen (100 000 Euro von der Kurt Lange Stiftung, 20 000 Euro von "Bingo-Lotto") zuversichtlich, das Projekt bewältigen zu können. Zumal die Stadt Bückeburg, der Landkreis und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit jeweils 20 000 Euro ins Boot drängen. Macht unterm Strich, einen Flächenwert von 36 375 Euro eingerechnet, 218 175 Euro. Die 40 000 Euro große Finanzierungslücke soll über Spenden geschlossen werden.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare