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Konzert im Staatsarchiv bringt den Menschen Mendelssohn Bartholdy nahe

Reizvolle Karambolage von Musik, Briefen und Tagebucheinträgen

Bückeburg. Mit einem hochklassigen Querschnitt durch das literarische und musikalische Schaffen Felix Mendelssohn Bartholdys haben Antje und Martin Schneider sowie Gabriele Müller das Bückeburger Publikum überzeugt. Organisiert wurde das Konzert im Staatsarchiv von der heimischen Volkshochschule.

Bieten einen hochklassigen Querschnitt durch Mendelssohn Barthol

Autor:

Michael Grundmeier

Reizvoll war die Karambolage von Musik, Briefen und Tagebucheinträgen Bartholdys vor allem aufgrund des kongenialen Zusammenspiels. Gabriele Müller überzeugte am Klavier, Antje und Martin Schneider lasen unter dem Motto "Und wirklich ist es doch gar zu einzig schön hier!", mal im Dialog, dann wieder abwechselnd, aus den Reisebriefen. Thema des Programms waren vor allem die frühen Jahre Bartholdys, in dieser Zeit reiste er nach England und Schottland, Italien und Frankreich. Die Eindrücke, die er während seiner "Grande Tour" sammelte, setzte der Musiker nicht nur in wunderschöne Kompositionen, sondern vor allem auch in farbige Literatur um. Antje und Martin Schneider (beide glänzten schon mit dem literarisch-musikalischen "Goethe und seine Gärten") nahmen den Ton der verschiedenen Musikstücke (beispielsweise "Sinfonie Nr.1 c-Moll op.11" von 1824 oder "Meeresstille und glückliche Fahrt op.27" von 1828/34) gekonnt auf; manch ein Text wirkt heute fast wie eine nachgelieferte Gebrauchsanweisung. Ein Höhepunkt seiner Reisen war für Bartholdy sicher der Besuch beim Dichterfürsten Goethe in Weimar. "Man hält ihn nicht für einen 73er, sondern für einen 50er", schrieb er an seine Eltern über die "Sonne von Weimar". Die Kraft dieses Mannes spürt man auch im Goethe gewidmeten Quartett op.3 ("Italienische Sinfonie"). Hier erklären die Briefe Bartholdys seine Musik am genauesten. Obwohl Goethe den Musiker nicht gehen lassen wollte (Goethe zu Ottilie: "Du machst, dass er hierbleibt"), reist Bartholdy nach einigen Tagen schließlich weiter - und entgeht damit dem Schicksal eines Eckermann.

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