weather-image
17°
VfR-Antragüberprüfen / Hockey-Antrag auf einen Kunstrasenplatz in die Fraktionen

Reichlich Kuriositäten im Sportausschuss

Bückeburg (bus). Die Mitglieder des im Sportzentrum Evesen tagenden Sport- und Partnerschaftsausschusses haben sich die Entscheidungüber einen Zuschuss an den VfR Evesen offen gelassen. Zwar erkannten die Politiker im Anschluss an eine Ortsbesichtigung die Dringlichkeit insbesondere der Umgestaltung der Schiedsrichterräumlichkeiten an, sie mochten aber dennoch keine der vorgegebenen Varianten - Komplettneubau oder Erweiterungder bestehenden Schiri-Stube - favorisieren und beauftragten die Verwaltung mit der "kostenmäßigen Überprüfung beider Möglichkeiten".

Wolfhard Müller (links) sowie Ausschussmitglieder und Peter Möse

Im VfR wird der Neubau auf dem Areal eines maroden Holzhauses favorisiert. Für dessen Errichtung hat der Verein einen Zuschussantrag über 10 000 Euro gestellt. Die Alternative, das bestehende Einraumkabinett den zeitgemäßen Anforderungen gemischtgeschlechtlicher Schiedsrichtergespanne anzupassen, stößt beim VfR auf wenig Gegenliebe. Bürgermeister Reiner Brombach legte dar, dass es in der Entscheidung nicht, wie es in der Sitzung anklang, um "sowohl als auch" sondern um "entweder oder" gehe. "Wir können nicht zunächst einen Zuschuss für den Neubau geben und später das Sportzentrum umgestalten", verdeutlichte Brombach. Die Entschlussunfreudigkeit des Ausschusses entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Im Seitenlinienfunk der städtischen Fußballszene gilt die Neubau-Variante längst als ausgemachte Sache. Ebenfalls nicht vollends ironiefrei verliefen die Diskussionenüber Anträge des Bückeburger Hockey Clubs und der Arbeitsgemeinschaft Bückeburger Sportvereine (ABS). Die Hockeyspieler möchten am Jahn-Stadion ein Kunstrasenfeld (Kostenpunkt: 220 000 Euro) auslegen lassen. Nicht zuletzt das von Clubsprecher Malte Bolanz vorgestellte Finanzierungsmodell (15 Jahre lang jeweils 24 000 Euro) veranlasste den Ausschuss, die Beratung des Vorhabens an die Ratsfraktionen zurückzugeben. Zudem erschwerte die Unkenntnis über die in Aussicht stehenden tatsächlichen Gesamtkosten - Bolanz: "Wissen wir nicht" - eine Entscheidungsfindung. Nebenbei bemerkt: Das sechsSeiten umfassende Antragsschreiben enthält keinerlei essentielle Finanzierungsforderungen an die Stadt. Explizit ist die Rede nur von "Finanzierungs- und Wartungshorizont", "non-monetären Nebeneffekten" und, vor allen Dingen, der "Errichtung eines Kunstrasenplatzes". Konkret fassbare Bezahlungsmodalitäten kommen nur beiläufig - "Die Stadt ... würde in jedem Fall nicht das Gesamtinvestment tätigen müssen" - zur Sprache Beim ABS-Antrag (2000 Euro) ergab sich die kuriose Situation, dass das Begehren auf Verwaltungsseite wegen seines Bagatellcharakters auf ablehnende Haltung stieß. Woraufhin im Gremium ein Vorschlag auf Erhöhung der Summe um 1000 Euro laut wurde. Dem (2000er) Antrag wurde nach ausführlicher Diskussion und mit den Vorgaben "Förderung der Jugendarbeit" und "analog den Richtlinien des Kreissportbundes" stattgegeben. Als es schließlich um Details des Stadtetats 2008 (laut Tagesordnung: "Produkte Sport") ging, traten erhebliche kognitive Defizite hinsichtlich der renovierten kommunalen Buchführung zutage. Auf ein Informationsgesuch des Ausschussvorsitzenden Wolfhard Müller nach der Einbindung nichtorganisierter Jugendlicher in die Städtepartnerschaften Bückeburgs entschuldigte Fachbereichsleiter Siegfried Demjanenko vorab - "ich habe nicht gewusst, dass das heute thematisiert wird" - die mögliche Unvollkommenheit seiner Antwort, gab aber im Schlusssatz eine von vielen als Backpfeife Richtung Müller aufgefasste Quintessenz zu Protokoll: "Eine Produktergänzung wäre hier sachlich falsch."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare