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Nachwuchsfilmemacher Patrick Schulz ist preisverwöhnt und ehrgeizig

Regisseur, Kameramann, Cutter

Bad Nenndorf (phr). Er kann auch als junger Filmemacher schon eine beeindruckende Vita vorweisen: Patrick Schulz ist Elftklässler am Gymnasium Bad Nenndorf und räumt neben der Schule Preise ab. Vor gut zwei Jahren ist er mit einem Spot gegen häusliche Gewalt zum besten Nachwuchsfilmer Schaumburgs gekürt worden. Erst kürzlich hat er bei einem Spotwettbewerb zum Thema Rechtsextremismus den vierten Platz erzielt. In ganz Niedersachsen gibt es also gerade einmal drei Jungregisseure, die ihm das Wasser reichen können.

Patrick Schulz vor dem Nenndorfer Kurtheater. Foto: phr

Sein Wettbewerbsbeitrag dürfte Bad Nenndorfer Kinogängern gut bekannt sein: Momentan läuft der Zweiminüter vor jedem im hiesigen Kurtheater gezeigten Film. "Das ist schon ein tolles Gefühl, das auf der großen Leinwand zu sehen. Beim Schneiden hat man ja immer nur ganz kleine Monitore". Da wirke ein Film gleich ganz anders. Schneiden, drehen, ausleuchten - meistens macht er alles selbst: "Zum Schneiden gehe ich zum Offenen Kanal Hannover. Deren Schnittstudio kann ich benutzen", erklärt Schulz. Der kleine TV-Sender stelle ihm auch eine Kamera zu Verfügung. Eigenes Equipment steht aber ganz oben auf der Wunschliste des Nachwuchsfilmers: "Ich spare derzeit auf ein eigenes Studio hin, das dann auch eine ordentliche Qualität haben soll." Das koste natürlich einiges an Geld. Gut angelegt wäre es allerdings, schließlich will er später "auf jeden Fall auch beruflich Filme machen". Die vielfältigen Aufgaben sollen dann der Arbeit als Regisseur weichen. Schon jetzt versucht er, einige Arbeiten zu delegieren: "Manchmal sagen ein paar Freunde, sie machen jetzt mal das Licht oder so. Aber einen Großteil mache ich schon alleine", sagt das Multitalent, das auch für Schauspielerei Leidenschaft, "aber keine übermäßige Begabung" hat. Außer den erwähnten Spots, hat der Schüler auch schon längere Projekte hinter sich. "Meinen ersten Film habe ich vor drei Jahren im GBN gedreht", erinnert sich Schulz. "Das war ein 60-Minüter, ein typisches Teenie-Drama." Die Begeisterung für das Medium gehe aber noch weiter zurück. "Seit ich acht bin finde ich alles, was mit Film zu tun hat, spannend. Mich hat dabei auch immer interessiert, wie sowas entsteht." Erste Gehversuche habe es dann mit Homevideos von Familienfeiern und ähnlichem gegeben. Heute denkt er in größeren Dimensionen. Einen Historienfilm würde er später gerne einmal machen, wohl wissend, wie aufwendig das ist. Sein Filmgeschmack ist geprägt von den großen Hollywood-Namen und ihren deutschen Nacheiferern: "Spielberg ist natürlich sowieso Klasse. Tarantino teilweise auch. Aber auch was Tom Tykwer so ästhetisch macht, ist spannend", geht Schulz die Riege der Regie-Stars durch. Ob er sich dort eines Tages wird einreihen können, bleibt abzuwarten. Im Umgang mit den Medien ist er jedenfalls vertraut. Die Regionalteams von Sat.1, RTL und dem NDR berichteten in Folge der Wettbewerbe über sein Schaffen.

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