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"Maritimes Flair" beim Frühjahrsmarkt

Regen, Sonne - und mittendrin viele "Seh"-Leute

Bückeburg (aj). Fast alle, die sich den Winterüber anderes Wetter gewünscht hatten, sind auf dem Bückeburger Frühjahrsmarkt voll auf ihre Kosten gekommen. Besucher und Schausteller bekamen Freitag und Samstag "anderes Wetter" satt. Fast im stündlichen Rhythmus wechselten sich Regen und Sonne ab. Zumindest konnte niemand behaupten, dass das Geschäftsklima frostig sei.

Schnelle Wetterwechsel kennzeichnen die ersten Tage des Frühjahr

Der hohe Anteil an "Seh"-Leuten verhagelt den Betreibern von Karussells und Naschständen aber weiterhin auch so genug die Bilanz. Unter dem Strich scheinen sich aber Marktbetreiber, Schausteller und Besucher bereits hinlänglich an die maritime Komponente in Bückeburg gewöhnt zu haben. "Wenn es mal nicht auf dem Frühjahrsmarkt regnen sollte, grenzt das an ein Wunder", meint Albert Brüggemann auf seiner Runde mit Hund Paul. Und auch die Schausteller nahmen die Begleitumstände mit professioneller Gelassenheit. "Mir ist es egal, wo ich gerade mit meinem Stand stehe, wenn es regnet", meint Karola Sebening. "Denn stehen muss ich ja irgendwo." Eine zeitliche Verlagerung des Bückeburger Markts bringe zumindest keinem Schausteller etwas, da es auch auf anderen Märkten zu dieser Jahreszeit regne, fügt sie gelassen hinzu. Mehr und mehr zu schaffen macht den Schaustellern der wachsende Anteil an "Seh"-Leuten. "Dabei ist der Markt für die Witterungsverhältnisse gar nicht schlecht besucht", sagt Pflanzenverkäufer Kristoph Kempka, der sich am Samstag bereits gegen 16 Uhr über zehn Euro Mehreinnahmen gegenüber dem Aufbautag freuen kann. "Das ist aber nicht nur in Bückeburg so", meint Rudolf Osthold der seit 35 Jahren und in der dritten Generation sein Fahrgeschäft betreibt. In den vergangenen 15 Jahren hätten sich die Umsätze etwa halbiert, bestätigt auch Schaustellersprecher Josef Weber. Ans Aufhören denken der 70-Jährige und seine Ehefrau Elfriede noch lange nicht. "Wenn man sein Leben lang auf Achse war, ist es geradezu Gift, wenn man plötzlich in Rente gehen soll", meint er auch noch nach 50 Berufsjahren als Schausteller. Und Elfriede Weber fügt hinzu: "Wir machen die Biene Maja jetzt noch so lange, bis wir 100 Jahre alt sind." Da auch andere Schausteller ihren Beruf nicht viel anders sehen werden, dürfte der Fortbestand der Bückeburger Frühjahrs- und Herbstmärkte also auch weiterhin gesichert sein. Neben den Klassikern, wie Autoscooter und Discoschlange wurde auch der "Fliegende Teppich" von den Jugendlichen umlagert. Sie kümmerten die Wirtschaftsflaute und die Wetterumschwünge am wenigsten. Für ein weiteres Mal Karussell fahren wurde notfalls auch das Busgeld für den Heimweg nach Bad Eilsen geopfert. "Schließlich ist nur zwei Mal im Jahr Markt", meint der Bad Eilser - und Bus kann er auch bei Regenwetter noch öfter fahren ...

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