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Rat stimmt für neue Bestattungsformen und Gebührenänderung

BAD MÜNDER. Bad Münder hat eine neue Friedhofssatzung und neue Gebühren – das beschloss am Donnerstagabend der Rat einstimmig. Doch die Ratsmitglieder stimmten dem nicht unbedingt gerne zu. Die Friedhofssatzung regelt etwa neue Bestattungsarten in Bad Münder, wie Doppelrasengräber und Urnenbeisetzungen an einer Stele.

Der Trend geht zu Urnenbestattungen: Deshalb werden dafür nun die Gebühren erhöht, damit die Friedhöfe ihre Kosten decken können. Foto: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Die Gebührensatzung musste vor allem aus folgendem Grund geändert werden: Die Stadt hat die Bestattungszahlen und -kosten der vergangenen Jahre ausgewertet. Dabei ergab sich, dass derzeit nur 69,1 Prozent der Kosten gedeckt werden. Dies ergibt sich vor allem aus dem Trend zur Urnenbestattung. Während 2017 143 Urnenbeisetzungen in Bad Münder stattfanden, gab es lediglich 62 Sargbestattungen. Bislang spülten aber die Sargbestattungen das meiste Geld in die Kasse.

So ist es wenig überraschend, dass Urnenbestattungen künftig teurer werden. Die Bestattung in einem Urnenreihengrab kostete bislang 277 Euro, ab 1. Juli werden hier 550 Euro fällig. Auch die Beisetzung in einem Sarg wird ein wenig teurer: Für ein Reihengrab fallen ab Juli 435 statt bislang 348 Euro an. Erhebliche Veränderungen gibt es auch bei Rasenbestattungen: Kostete ein Rasenreihengrab bislang 445 Euro, müssen Bürger nun 1400 Euro zahlen. Für ein Urnenrasenreihengrab zahlen Bürger künftig 865 Euro statt 277 Euro.

Dies sei eine Steigerung von zum Teil weit über 100 Prozent, kritisierte in der Ratssitzung Helmuth Mönkeberg (Pro Bürger). Auch eine Möglichkeit für Waldbestattungen, die bereits in der Vergangenheit zu Diskussionen geführt hatte, fehle ihm. Pro Bürger stimme dennoch „zähneknirschend“ zu, so Mönkeberg, damit die Friedhofsentwicklung vorangetrieben werde.

„Gebühren zu erhöhen, macht niemandem Spaß“, bestätigte Uwe Nötzel (SPD). Die Zahlen seien nicht alle zufriedenstellend, aber hätten eine sachliche und rechtliche Grundlage. Die neue Satzung trage auch zur Zukunftsfähigkeit der münderschen Friedhöfe bei. „Wir wollen erreichen, dass die Friedhöfe im Sinne der Bestattungskultur annehmbar für unsere Bürger sind“, so Nötzel.

Im Vergleich mit benachbarten Kommunen hält sich Bad Münder mit den neuen Gebühren meist im Mittelwert. Auch wenn ein direkter Vergleich aufgrund örtlicher Faktoren und Berechnungen nicht möglich sei, könne doch festgestellt werden, dass die Gebühren „nicht überteuert werden, sondern sich eher im Durchschnittsbereich bewegen“, stellt die Verwaltung fest.

Ein Rasenreihengrab liegt mit 1400 Euro künftig preislich etwa in der Mitte von Springe (1578 Euro) und Hessisch Oldendorf (1300 Euro). Ein Urnenreihengrab kostet mit 550 Euro etwas mehr als in Hessisch Oldendorf (430 Euro), aber deutlich weniger als etwa in Hameln (1020 Euro). Bei Reihengräbern hingegen liegt Bad Münder mit 435 Euro weit unter dem Preis von Springe (1260 Euro) und Hessisch Oldendorf (1045 Euro).

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