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Keine Entscheidung pro oder contra Edeka / Am 20. April Meinung der Bürger gefragt

Rat Bad Eilsenändert den B-Plan - und lässt offen, wohin die Reise geht

Bad Eilsen (tw). Seit Mittwochabend, 20.30 Uhr, steht es fest: Der Rat Bad Eilsen wird den B-Plan für das Areal der früheren Schaumburg-Klinik ändern - ob im Sinne der Edeka Minden-Hannover Holding GmbH, die dort einen Neukauf-Lebensmittelmarkt bauen möchte (wir berichteten), ist allerdings noch völlig offen. Salomonische Formulierung von Bürgermeister Horst Rinne (CDU): "Wir wollen dem Zentrum des Kurortes ein (schöneres) Gesicht geben."

Erste Fingerzeige, in welche Richtung die Reise für Bad Eilsen gehen soll, erhoffen sich die Politiker von einer Bürgeranhörung, die am Donnerstag, 20. April, von 16 bis 17 Uhr im Haus des Gastes stattfindet. Hans-Jürgen Winkelhake (SPD) hätte sich von Rinne zwar eine "weniger offene" Formulierung gewünscht, doch der Bürgermeister will demErgebnis der Anhörung nicht vorgreifen. 25 Bürger, so viel wie selten bei einer Ratssitzung in Bad Eilsen, haben sich Mittwochabend eingefunden, um die (Edeka-)Diskussion zu verfolgen. Diskutiert indes wird nicht; das Thema ist nach nur acht Minuten durch. Auch Rinne, im übrigen Verpächter des "Markant"-Marktes an der Wilhelmstraße, hält sich bedeckt. Statt dessen gibt's Einzelstatements der Politiker. Dasjenige von CDU-Fraktionschef Dr. Wilhelm Dreves honorieren so gut wie alle Zuhörer mit spontanem Beifall: "Wir wollen", so Dreves, "einen Zuwachs an Attraktivität für Bad Eilsen". Wie das PGT-Gutachten zeige, werde der Knotenpunkt Arensburger Straße/Bahnhofstraße/Friedrichstraße das Mehr an Verkehr, das ein Lebensmittelmarkt mit sich bringt, problemlos verkraften. Der Fraktionschef in Richtung Edeka: "Ich kann nur sagen: Herzlich willkommen! Wer kann da was gegen haben? Ich jedenfalls bin sehr dafür." Zuvor hat sich bereits Christel Bergmannähnlich geäußert: "Uns ist wichtig, dass der ,Schandfleck Schaumburg-Klinik' verschwindet", so die SPD-Fraktionschefin. Ein Lebensmittelmarkt auf diesem Areal werde den Südteil Bad Eilsens aufwerten. Wichtig sei der Fraktion aber auch, dass sie die Gestalt und Außenansicht des Markt-Baukörpers sowie des Parkplatzes mitbestimmen könne. Bergmann: "Die potenziellen Bauherren haben uns signalisiert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Objekt zu errichten, das nach Bad Eilsen passt. Wir stimmen deshalb dem Ändern des B-Plans zu." Indes: Bergmanns Fraktionskollegin Bettina Winkelhake hat zu "Edeka" eine eigene - und andere - Meinung: "Ein großer Markt wäre ein großer Fehler." Vor allem, wenn im Zuge des Neubaus der "Markant"-Markt auf der zum Harrl hin gelegenen anderen Seite des Ortes "kaputt" gehe. Winkelhake: "Auch auf der Harrl-Seite wohnen viele Senioren. Die sind auf ,Markant' als Nahversorger angewiesen." Ihr selbst sei es darüber hinaus "noch wichtiger" als der Fraktion, dass ein Markt auf dem Gelände der Schaumburg-Klinik ins Ortsbild passt. Wer der Meinung sei, die Frage der Architektur sei gleichgültig, weil dort ohnehin schon "Kästen" stünden, sei auf dem Holzweg. Natürlich gebe es auch dort Bausünden. Die aber müssten nicht noch um eine weitere ergänzt werden. Winkelhake mit Blick auf den vom Bad Eilser Architekten Heinz-Dieter Söfker (hds) gezeichneten Entwurf für den Edeka-Markt: "Einen Schuhkarton mit einem Bogen drüber müssen wir als Bürgervertreter nicht akzeptieren." Bitte von Dagmar Söhlke (CDU) an die 25 Zuhörer: "Beteiligen Sie sich rege an der Bürgeranhörung. Hier im Rat sitzen nur zwölf Köpfe, mit (vielleicht) zwölf Meinungen." Ihr, Söhlke, liege daran, das alle Facetten des für Bad Eilsen so wichtigen Streitthemas am 20. April auf den Tisch kommen.

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