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Schülerscout-Projekt: 20 Schüler aller Bückeburger Schulformen helfen mit, Konflikte zu lösen

Randale im Bus: Sanfte Scouts statt dicker Keule

Bückeburg (mig). Um die Schulbusse für alle Schüler sicherer zu machen, haben Beamte der Polizei im vergangenen und in diesem Jahr insgesamt 20 Schülerscouts ausgebildet. "Auf Streife" gehen die Jugendlichen dabei vor allem an den Bushaltestellen, angedacht ist aber auch ein Einsatz auf Pausenhöfen.

Die Scouts der drei beteiligten Schulen. Foto: mig

Nötig wurde die Maßnahme, weil auch in Bückeburgs Bussen immer schlimmer gedrängelt wurde. "Das ist so, weil die Schüler nach Schulschluss alle sofort nach Hause wollen, dann wird gedrängelt und im Bus lassen manche ihre Ranzen auf", erläutert Polizeikommissar Ronny Fischer die Situation. Schon im vergangenen Jahr haben Herderschule und Graf-Wilhelm-Schule mit Unterstützung der Polizei Bückeburg das Schülerscout-Projekt ins Leben gerufen; in diesem Jahr beteiligt sich auch das Gymnasium Adolfinum. "Weil es beispielsweise beim Einsteigen an der Stadtkirche zur Vermischung der Schüleraller drei Schulen kommt, sind hier jetzt auch Schülerscouts aller Schulen vertreten", freut sich Fischer über die rege Beteiligung am Seminar. "Gerade vor dem Hintergrund ,Prävention vor Repression' ist das Schülerscout-Projekt aus polizeilicher Sicht sehr zu begrüßen." Ziel des Programms, das von Fischer und seiner Kollegin Swintha Buhrmester betreut wird: Die Scouts sollen lernen, rücksichtsloses Verhalten beim Einsteigen und innerhalb des Busses anzusprechen und notfalls auch zu sanktionieren. "Zunächst ist vorgesehen, dass sich die Schüler gegenseitig zu einem angemessenen Verhalten erziehen. Das heißt, dass die Scouts nicht jeden Sachverhalt an die Lehrer weitergeben müssen, sondern selbst entscheiden, ob sie durch das Ansprechen des entsprechenden Schülers eine einsichtige Resonanz erzeugen können", so Fischer. Erst wenn mehrere Sanktionsstufen durchlaufen sind - ein entsprechender Maßnahmenkatalog ist schon erarbeitet worden - wird die Klassenkonferenz informiert. Vorsorge wurde auch für den Fall getroffen, dass ein Schüler gewalttätig oder ausfallend wird. Sollte es an der Haltestelle zu Schwierigkeiten kommen, können die Scouts die jeweilige Aufsichtsperson oder einen Busfahrer hinzuziehen, die Klassenlehrer werden ebenfalls informiert. Dafür, dass sie auch schon mal die Häme der Mitschüler aushalten müssen, bekommen die Scouts einen positiven Eintrag im Zeugnis und einen Pass zur Legitimation. "Der Hauptgrund, warum ich mitmache, ist, dass ich jetzt selbst etwas tun kann", sagt einer der Scouts. Michaela Röhrich, Sozialarbeiterin der Graf-Wilhelm-Schule: "Teilweise machen die Schüler mit, weil sie genervt von dem sind, was in den Bussen passiert, einige wollen sich auch sozial engagieren." Besonders freut Röhrich, dass sich die Schüler zu einem Team zusammengefunden haben: "Obwohl hier drei verschiedene Schulen beteiligt sind."

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