weather-image
19°
Schnatgang des Heimatvereins Kleinenbremen mutiert zur Grenzerfahrung

Querelen wegen der Verletzung von "Holz- und Jagdgerechtigkeiten"

Kleinenbremen (gp). Ein ganzes Stück über die Gemarkungsgrenzen hinweg sind die Kleinenbremer Schnatgänger bei ihrer diesjährigen Grenzerkundungstour vorgedrungen. Ein großer Teil der Strecke ging durch benachbartes "Wulbeker" (Wülpker) Hoheitsgebiet.

Ausgangspunkt des rund fünf Kilometer langen Rundkurses war die zum neuen Dorfkreisel umgestaltete (Ex-) Tebbe-Kreuzung. Beim Abmarsch konnte Heimatvereinsvorsitzender Walter Caselitz 40 Teilnehmer begrüßen, darunter auch Gäste aus Minden und Bückeburg. Zunächst bewegte sich der Trupp unter Führung von WanderfreundEckhard Bruss entlang der Grenzbeeke "Dornbach" in Richtung des vor gut 150 Jahren als "Rettungshaus für verwahrloste Jugendliche" gegründeten Jugendhofs Gotteshütte. Von dort ging es weiter durch "Grabben Grund" hinauf zum Wülpker Haineberg, der einst - wie die meisten heimischen Wälder - vonden Einwohnern als Mastweide ("Hude") ihrer Schweine und Ziegen genutzt wurde. Zwischen den Barbara Steinbrüchen und der Ex-Kreismülldeponie gab es Informationen über Beginn und Entwicklung der hier vor 50 Jahren im Tagebaubetrieb gestarteten Gesteinsgewinnung. Nächster Zielpunkt war der zwischen Wülpker Egge und Nammer Klippen gelegene "Wülpker Pass" - wegen der hier aus mehreren Richtungen zusammentreffenden Wege von und nach Nammen, Hausberge, Kleinenbremen und Eisbergen seit alters her auch als "Kreuzplatz" bekannt. Hier wusste Helmut Meyer, Kreiswegewart und Vorsitzender des Wandervereins Porta Westfalica-Mittelweser, eine Menge geographischer und geschichtlicher Details zu berichten. Besonders unterhaltsam fiel die Schilderung der komplizierten Grenzverhältnisse aus. Historischer Hintergrund: Bis ins 19. Jahrhundert hinein gehörte ein Teil des Waldgebiets rund um den Wülpker Pass dem Domkapitel, der mächtigen Schalt- und Verwaltungszentrale des (Ex-) Bistums Minden. Querelen wegen Verletzung von "Holz- und Jagdgerechtigkeiten" waren an der Tagesordnung. Die Gegend ist in den Flurkarten heute noch als "Domprobstteil" ausgewiesen und durch auffällige Grenzsteine markiert. Vom Kreuzplatz aus ging esüber den "Steinbrink" zurück in Richtung Wülpker Ortskern, wo sich die Truppe im Heimathaus der befreundeten Nachbarn nach der Tour durch die kalte und schneebedeckte Bergwelt aufwärmen konnte. Das Helferteam des Wülpker Heimatvereins hatte eine gemütliche Kaffeetafel mit einer großen Auswahl selbst gebackener Torten vorbereitet. Zwischendurch stand Vorsitzender und Ortsheimatpfleger Willi Kruse den Kleinenbremer Gästen mit zusätzlichen Hinweisen zur Dorfgeschichte zur Verfügung.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare