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Bunte Bühne zeigt "Aschenputtel" / Ensemble überzeugt Jung und Alt

Quadratlatschen und Minifüße

Pohle (nah). Wenigstens 300 Kindern und wohl der gleichen Anzahl Erwachsenen hat die Pohler "Bunte Bühne" Freude bereitet. Das Märchen vom "Aschenputtel" inszenierte das vorwiegend weibliche Ensemble und knüpfte damit an Aufführungen früherer Jahre an. Die großen und kleinen Zuschauer sparten nicht mit Applaus: Geradezu perfekt waren schauspielerische Leistung und Bühnenbild.

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Eigentlich kennt jeder die Geschichte vom Aschenputtel, das die Hausarbeit machen muss, am Ende aber vor den missgönnenden Stiefschwestern vom Prinzen zur Frau genommen wird. Aber spannend ist die Geschichte dann doch, weil eben das altbekannte Märchen der Brüder Grimm nicht nur vorgelesen, sondern lebendig gespielt wird. Da umschmeicheln zwei als Tauben kostümierte Kinder das arme Mädchen; die Königin lässt sich von einer listigen Kanzlerin beraten. Und geradezu großartig affektiert tritt das Mutter-Töchter-Trio auf -in schreienden Farben von Kleid und Perücke. Es fließt kein Blut wie im Märchen, weil die Füße der um die Prinzengunst buhlenden Schwestern dem von Aschenputtel verlorenen Schuh angepasst werden müssen. Die entscheidende Szene vor dem späteren Happyend lässt sich anders gestalten: Die eine hatte eben laut Textbuch "Quadratlatschen", die andere "Minifüße". Bei solchen Dialogen konnten sich erwachsene Zuschauer mitunter ein Grinsen nicht verkneifen. Kleine Gäste aus den hiesigen Kindergärten begleiteten das Geschehen auf der Bühne indes mit eigenen Regieanweisungen: "Der ist von Aschenputtel", war ein kleiner Steppke beim Anblick des weißen Schuhs dem vorgesehenen Dialog gleich ein Stück voraus. Andere Zuschauer dagegen studierten aufmerksam die Miminnen, um vielleicht ein vertrautes Gesicht zu entdecken. Die Fee war ihnen nur zu wohlbekannt: "Hallo, Roswitha!"

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