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Trotz Regen und Kälte: Über 300 Fahrgäste beim ersten Triebwagen-Treffen

"Pufferknutscher kommen bei jedem Wetter"

Obernkirchen (rnk). Heye-Brunnen auf dem Marktplatz, das Oetker-Geburtshaus, der Kirchplatz mit seinen Kunstwerken, die beiden Gotteshäuser - Stadtführer Thomas Stübke hat sichtlich Spaß, den angereisten Gästen seine Bergstadt zu zeigen und zu erklären. Stübke hat Grund zur guten Laune, denn das Triebwagentreffen kann am Sonnabend schon gegen Mittag als Erfolg gewertet werden: Trotz des nasskalten Regenwetters haben Hunderte von Zuschauern den Weg zum Bahnhof gefunden, sich dort eine Karte gekauft und sind der Einladung gefolgt, noch einmal Triebwagen zu fahren wie einst zu Zeiten des planmäßigen Reisezugverkehrs der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn. Die berühmte Abstimmung mit den Füßen, sie hat ein eindeutiges Ergebnis erbracht: Obernkirchen ist bereit für ein großes Triebwagentreffen im nächsten Jahr.

Das würden viele gerne öfter sehen: Die Eurobahn (ganz rechts) h

Pufferknutscher, wie die Triebwagen- und Eisenbahn-Fans auch gerne genannt werden, "Pufferknutscher kommen bei jedem Wetter", formulierte es Rolf-Bernd de Groot von der Stadt Obernkirchen ein wenig salopp. Die Zahlen gaben ihm recht: Trotz des miserablen Wetters sind mehr als 300 Fahrgäste mit den Zügen zwischen Obernkirchen und Bad Eilsen gefahren, erklärte Mit-Organisator Wolfgang Rogl gestern. Das Konzeptüberzeugte: Nostalgie hier, Moderne dort. Ein Schienenbus mit Steuerwagen aus dem Jahr 1959, gefolgt von einem Triebwagen der Eurobahn aus dem Jahre 2001 - die Interessengemeinschaft Schienenbus Seelze, der Deutsche Eisenbahn-Verein, die Dampfeisenbahn Weserbergland und die Bielefelder Eurobahn zeigten, wie es einst auf der Kleinbahnstrecke zugegangen ist und wie moderne Triebwagen heute rollen. Die Eurobahn vor dem historischen Bahnhof war dann auch ein heiß begehrtes Fotomotiv. Kleineren Ärger hinter den Kulissen gab es auch: Die Toilettenanlagen am Bahnhof blieben geschlossen, obwohl sich beim Pressetermin Mitte des Monats noch die Mitglieder aller beteiligten Gemeinschaften davon überzeugt hatten, dass sich die sanitären Anlagen in einem guten Zustand befinden. Am Sonnabend konnten sie nicht genutzt werden, die Besucher mussten auf die Toilette der Eurobahn ausweichen. Der Rest stimmte: Die Portionen der Erbsensuppe waren grandios-groß, stündlich wurden Stadtführungen angeboten. Nur der Bereich rund um den Bahnhof sollte bei einem größeren Treffen für den Autoverkehr beim nächsten Mal besser gesperrt werden; Parkplätze stehen an der katholischen Kirche zudem wenige hunderte Meter entfernt ausreichend zur Verfügung. Schlechtes Wetter und dennoch viele Besucher: Da kann leicht hochgerechnet werden, was bei Sonnenschein und noch mehr Triebwagen-Nostalgie auf dem Bahnhof los wäre. Doch ein für Pfingsten nächstes Jahr geplantes norddeutsches Triebwagentreffen in der Bergstadt habe man "bisher nur grob ins Auge gefasst", formuliert es Rogl. Man müsse erst einmal die Nachbereitung aller Beteiligten abwarten. Immerhin hätten sich aber alle, die mitgemacht hätten oder als Gäste mitgefahren seien, grundsätzlich sehr positiv zum Triebwagentreffen und der Bahn geäußert, sagt Rogl: "Es wäre schön, so hieß es sehr häufig, wenn die Eurobahn von der Wesertalbahn auch zwischen Rinteln und Stadthagen fahrplanmäßig fahren könnte. Die Leute freuen sich einfach, dass es die Dampfeisenbahn noch gibt, die ja Probleme mit ihrem Standort Rinteln hat. Alles in allem ist die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn noch sehr lebendig im Herzen der Leute."

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