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Projektwoche: Schüler tanzen und trommeln für Kinderrechte

BAD MÜNDER. In Klassenräumen und auf dem Schulhof der Grundschule Bad Münder herrschte am Sonnabend ein ungewohnt reger Betrieb. Die Kinder stellten die Ergebnisse ihrer Projekttage vor. „Bereits seit Beginn des Schuljahres beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Kinderrechte“, sagte Schulleiter Christoph Schieb.

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Autor:

Patricia Szabo

Im Frühjahr 2017 inspirierte die Schloss-Ardeck-Grundschule aus Gau-Algesheim (Rheinland-Pfalz), zu der die hiesige Grundschule eine Partnerschaft pflegt, zu diesem Projekt. „Wir haben vor gut einem Jahr einen Dokumentarfilm mit dem Titel ‚Auf dem weg zur Kinderrechte-Schule‘ gedreht“, so Schieb weiter. Daraus ergab sich anschließend die Idee, in diesem Schuljahr eine Projektwoche zu diesem Thema anzubieten. Die Schule aus Gau-Algesheim diente dabei als Vorbild. Mit Unterstützung des Förderprogramms „Demokratisch handeln“ wurde die Projektwoche, für die der Bundestagsabgeordnete Johannes Scharps die Schirmherrschaft übernahm, ins Leben gerufen.

In vielen spannenden Workshops befassten sich die Schüler mit dem Thema Kinderrechte. Tatkräftige Unterstützung bekamen sie von zehn Schülern und vier Lehrkräften der pfälzischen Partnerschule, die eigens angereist waren – samt selbst angefertigten Demokratieplakaten und einem kunstvollen Demokratie-Stuhl. Gemeinsam besuchten sie sogar die Landtagspräsidentin Gabriele Andretta im Plenarsaal des Landtags.

Aus der Projektvorstellung wurde ein abwechslungsreiches Event, welches Hunderte interessierte Gäste besuchten. An Infoständen und bei Mitmachaktionen von Verbänden sowie heimischen Vereinen konnten sich die Besucher über das Thema Kinderrechte informieren. Angebote wie eine Button-Werkstatt, ein Malworkshop mit Naturfarben, Trommeln, Tanz und Musikgruppen boten ein spannendes Rahmenprogramm. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit musikalischen Beiträgen wie gemeinsam gesungenen Kinderrechte-Songs.

„Schon vor dem Projekt war ein großes Interesse da, doch der Zugang geht nicht nur über Theorie“, erklärte Schieb. Während der Projektwoche wurde das Thema greifbar. Das bestätigte auch Klassenlehrerin Monika Winninger, die mit ihren Schülern ein faltbares Informationsblatt, ein sogenanntes Leporello, gestaltete. Zu jedem Recht entwarfen die Kids einzeln oder in Kleingruppen Blätter, die zusammengefügt wurden. „Drei Tage haben wir dafür gebraucht“, sagte Winninger.

Auch die Schülerinnen Lukka, Lyra und Hannah präsentierten interessierten Besuchern stolz ihr Werk, das für die Rechte der Kinder sensibilisieren soll. In vielen Teilen der Welt werden sie bis zum heutigen Tag nicht eingehalten. Nach der Schätzung der UNICEF sind 168 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren von der Kinderarbeit betroffen. Um an das Thema heranzuführen, beschäftigte sich die Gruppe mit fairem Handel. Auch das Lieblingsrecht der Kids hat sich im Laufe der Tage herauskristallisiert: das Recht auf Freizeit, Spiel und Entfaltung.

Große Themen waren Flucht und das Recht auf Asyl. „Das beschäftigte die Schüler sehr. Auch wir haben ein Kind in der Klasse, welches vom Thema Flucht unmittelbar betroffen ist“, berichtete Winninger.

Seit 1959 sind Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben, nicht aber im Grundgesetz.

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