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"Jo!Junge Oper" von der Musikburg Sternberg erweckt Mozarts Erstling zu neuem Leben

Premierenfieber und Beifall im Konzertsaal

Bückeburg. Die Musikschule Schaumburger Märchensänger ist erstmals zum Opernhaus geworden: Es herrschte Premierenfieber wie in der großen Staatsoper, der Zuspruch fiel prima aus, und der Beifall geradezu Scala-verdächtig. Der Grund? Ein kleines Ensemble der "Jo!Junge Oper Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen" von der Musikburg Sternberg war auf Einladung von Gudrun Wuttke und Volker Arendts in den Konzertsaal gekommen, um mit Enthusiasmus und guten Sängern Mozarts Kurzoper "Bastien und Bastienne" vorzustellen, deren Noten dem Wolfgang Amadeus bereits im Alter von zwölf Jahren eingefallen sind.

Autor:

Dietlind Beinßen

Das 1768 uraufgeführte Singspiel spießt sich an einer Dreieckskonstellation auf. Klagend erscheint Bastienne, weil sie um Bastiens Treue fürchtet. Aus diesem Grund wendet sie sich vertrauensvoll an den klugen Colas, einem Schafhirten mit magischen Kräften, der ihr rät, die Kokette zu mimen und so zu tun, als ob ihr andere Männer nicht gleichgültig wären. Nach Bastiennes Abgang naht Bastien, um Colas zu versichern, dass er vom Wahn geheilt sei und sein Herz wieder für den alten Schatz schlage. Zum Schluss herrscht eitel Freude: Man schwört sich neue Zärtlichkeit und ewige Treue. Colas kann mit dem Erfolg seiner Wunderkur zufrieden sein. Hörbar zufrieden zeigten sich auch Kinder, Eltern und andere Zuschauer, denn Bass und Conférencier Martin Lucass als Colas sowie die jungen Sopranistinnen Tanja Hamleh - sie schlüpfte in die für Altstimme geschriebene Hosenrolle des Bastien - und Cornelia Hellbrügge, mit geschmeidiger Stimme imPart der Bastienne, erweckten die Figuren charmant und inspiriert zu neuemLeben. Und noch dazu in hübschen Kostümen vor ansprechender Kulisse. Lustvoll, komisch und zugleich lehrreich kommentierend, außerdem trickreich zaubernd, geleitete Publikumsliebling Martin Lucass seine großen und kleinen Gäste durch elf Sologesänge, drei Duette und ein Finalterzett, bei denen er mit schönem Bass kräftig mitmischte. Dass die Begleitmusik nur eingespielt wurde, störte nicht im Geringsten. Wie gesagt, viel Applaus und Kurzweil im Parkett.

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