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Tochter Mirja wird in Tracht getauft / Liebeslied für das Brautpaar / Krone wiegt fünf Kilo

Prachtvolle Hochzeit in Tracht und Uniform

Hohnhorst (tes). Bürger sind aus ihren Häusern gekommen und versammeln sich an der Kirche, Fotografen drängen sich vor der Treppe. "Den Grund konnte man schon zwei Kilometer weit leuchten sehen", eröffnet Pastor Gero Cochlovius einen besonderen Festgottesdienst. Maike und Max Nelz heiraten in Tracht. Mehr noch: Ihre fünf Monate alte Tochter Mirja wird in Tracht getauft - eine echte Seltenheit.

Frau in Tracht heiratet Mann in Uniform: Brautpaar Maike und Max

Selbst in ihrem Verein "Nenndorfer Rotröcke" war die Braut die Erste, die sich in Tracht traut. Genauer gesagt: in Lindhorster Tracht. Der Bräutigam war in eigener "Tracht" erschienen - in der Uniform eines nautischen Offiziers der Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft. "Fernweh kennen beide", so Cochlovius, "Maike war in Australien. Max ist als Sicherheitsoffizier auf großen Containerschiffen unterwegs auf den Meeren." Das Paar kennt sich seit der Grundschulzeit. Am 25. Dezember habe der Entschluss festgestanden: "Wir gehören zusammen", berichtete der Pastor, dass "beide daraufhin in das Schiff eingestiegen sind, das den Namen Liebe trägt". Der "später zugestiegene", friedlich schlummernde Passagier Mirja, bekam bei der Taufe ein besonderes Lob von Cochlovius: "So ein liebes Kind." Die goldenen Bänder der Schaumburger Tracht bezeichnete dieser als Symbol für das Band der Liebe - den "Nelzschen Segensbund." Margit und Jens Gümmer sangen ein Liebeslied für das Brautpaar. Zum Schluss kamen die Blumenkinder, ebenfalls in Tracht, nach vorne und begleiteten die Frischgetrauten hinaus. Draußen wartete bereits ein Spalier aus Trachtenträgern, Verwandten, Gratulanten und Schaulustigen. In kleinen Körbchen wurden kleine Schnapsfläschchen mit dem Foto des Brautpaares und Süßigkeiten verteilt. "Tradition ist schön", sagte Braut Maike, geborene Schröder, die mit Trachten groß geworden ist. "Außerdem ist es billiger", scherzte die 28-Jährige. Das Taufkleid und die Krone sind aus der Verwandschaft geliehen. "Das wurde früher auch schon so gemacht", bedankte sich die Braut bei Regina Schröder. Zu Ehren des Brautpaares und des Täuflings tanzten die Nenndorfer Rotröcke auf dem Platz vor der Kirche. Doch besonders dieÄlteren wussten: "Wer schön sein will, muss leiden." In der Tat: Der schönste Tag im Leben hat die Braut in Tracht viel Kraft gekostet. "Fühlt sich gut an, ist aber auch schwer", gestand die sichtlich erschöpfte 28-Jährige. Kein Wunder: Die reichverzierte Brautkrone wiegt fünf Kilogramm.

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