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Posse um Parzelle am Dingelstedtwall geht weiter / Architekt: "Gibt keine Fristen"

Poller soll Parkplatz-Streit schlichten

Rinteln (wm). Dass ein Architekt auf dem denkmalgeschützten Dingelstedtwall sein Grundstück mit Schotter aufgeschüttet hat und dort gelegentlich Fahrzeuge parken, beschäftigt seit Frühjahr dieses Jahres die Gemüter und war Diskussionsstoff in der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause. Die dort gestellte Frage der Anwohnerin Gabriele Schimming-Staemmler, warum nichts geschehe, beantwortete jetzt auf Anfrage Architekt Klaus Breitenbach.

Schattiger Parkplatz in zentraler Lage: Der Streit um das Grunds

Dass habe seinen Grund darin, dass "zusammengeschobenes Wurzelwerk" unter einer Bodenmiete erst verrotten müsse. Erst dann könne er beginnen, das Grundstück neu zu gestalten. Mit Mähen sei es nicht getan gewesen, das Grundstück sei so "verwildert", dass die Oberfläche mit einem Bagger habe abgeschoben werden müssen: "Dazu hatte ich sogar die Genehmigung der Stadt." Breitenbach ärgert, dass in der Diskussion um die Parzelle verdrängt worden sei, "wie es dort vorher ausgesehen hat". Als noch "Penner" auf dem Grundstück ihr Nachtlager aufgeschlagen hätten, "hat das niemanden gekümmert". Dass das Grundstück als Parkplatz genutzt würde, werde nicht von ihm veranlasst. Im Gegenteil. Zuerst habe er die Einfahrt mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt, dann ein Schild aufgehängt "Befahren verboten - Privatgrundstück". Beides sei nach zwei Tagen verschwunden gewesen. Um die Streitigkeitenüber die Grundstücksgestaltung zu beenden, hatten Breitenbach und die Stadtverwaltung eine "Vereinbarung" abgeschlossen. In dem Papier steht unter anderem, das Grundstück solle mit Pollern abgesperrt werden. Die sind aber bisher nicht da. Breitenbach erklärt den Grund: Rot-weiße Poller, "wie sie überall in der Stadt stehen", habe er im Büro liegen. Die Stadt bestehe jedoch auf braunen Pollern, die seien schwer zu beschaffen "und dreimal so teuer". Zweiter Punkt: Es gebe keine Fristen, nirgends stehe, "das Gelände muss in vier Monaten ein Garten sein". In der Vereinbarung ist festgelegt, dass der Architekt "zur Pflege des Gartens das Grundstück befahren darf". Scherzte ein Anwohner: "Dann legt er eben eine Schaufel in den Kofferraum, schon ist Parken legal." Breitenbach mag darüber nicht lachen: Er habe Parkplätze in der Nachbarschaft angemietet, seinen Besuchern drücke er einen Parkplatz-Plan der Stadt in die Hand: "Korrekter geht es nicht!" Streit gibt es doch, trotz Vereinbarung: Die Stadt hatte nämlich - ohne seine Zustimmung einzuholen - die Hecke schneiden und andere Arbeiten durchführen lassen. Jetzt will sie dafür Geld von dem Architekten, der aber die geforderte Summe nicht zahlen. In der Vereinbarung stehe nur etwas von "anteilig"- ohne nähere Definition. Die Geschichte hat eine weitere Pointe: Der VW-Bus, der hier jüngst abgestellt worden war, gehört einem Hannoveraner Verwaltungsrichter. Der war in Rinteln zum Ortstermin - auf dem Dingelstedtwall.

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