weather-image
21°
Nur 3000 Euro für Gdów und Doudeville

Politiker zerpflücken Zuschussantrag

Bad Nenndorf (rwe). Die Partnerschaft mit den Städten Doudeville in Frankreich und Gdów in Polen ist den Rats politikern im nächsten Jahr jeweils bis zu 3000 Euro wert. Das empfahl der Partnerschaftsausschuss.

Hätte Frank Lohmann von den Vergaberichtlinien gewusst, dann hätte sich der Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Partnerschaftsvereins das Papier und die Mühe gespart. Aber so musste er im Sitzungssaal des Rathauses mitanhören, wie die Mitglieder im Partnerschaftsausschuss seinen Zuschussantrag regelrecht zerpflückten. Auf eine Finanzhilfe von 14 050 Euro hatten Lohmann und sein Vorstand für die partnerschaftliche Aktivität gehofft. Die Stadt sollte für den Schüleraustausch zwischen den Gymnasien ein Drittel der Reisebuskosten tragen (3450 Euro), sich zudem mit 4000 Euro an Unterkunftskosten für den Gesangverein aus Gdów beteiligen, der im Juni 2009 zum 130-jährigen Bestehen des Männergesangvereins (MGV) kommt. Weitere 6600 Euro wären hilfreich, um im August die polnischen Gäste beim Schaumburg-Cup der Kreisjugendfeuerwehr in Waltringhausen und zum Landestrachtenfest unterzubringen. Doch die Vorstellungen des Partnerschaftsvereins decken sich nicht mit den Vergabe bestimmungen. Darauf machte unter anderem Gerd Borcherding aufmerksam, der als Chef des Doudeville-Vereins in beratender Funktion im Ausschuss sitzt. Er verwies darauf, dass die Franzosen immer bei Gastfamilien wohnen, demnach keine Kosten für Unterkunft anfallen. Nur offizielle Anlässe seien in der Vergangenheit von der Stadt mitgetragen worden. Wenn von dieser Linie abgewichen werden sollte, müsste das gleichermaßen für beide Städte gelten. Doch die Politiker wichen nicht ab. Ellen Hültenschmidt (CDU) fühlte sich sogar "geplättet" von dem Antrag und sprach deshalb ein "offenes Wort". Sie habe der Partnerschaft mit Gdów zugestimmt, weil "signalisiert" worden sei, diese verursache keine Kosten für die Stadt. Vielmehr habe die Politik den Schritt mitgemacht, weil durch die offiziellen Charakter EU-Geld in Anspruch genommen werden könnte. "Ich hatte bei mir im Haushalt die Summe auf Null gesetzt", sagte Hültenschmidt. Sie stimmte wie die anderen Mitglieder aber dennoch einem "Vorschlag zur Güte" zu, den Vorsitzender Willi Wilkening (SPD) zuvor gemacht hatte. Danach folgte der Ausschuss der Verwaltung, die im Entwurf 3000 Euro vermerkt hatte.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare