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Interessante Erfahrung: "Man hört viel aufmerksamer zu" / Praktikant Edathy - Kürzel: "se" - besucht zwei Termine

Politiker als Blattmacher: Edathy hospitiert bei der SZ

Rinteln (crs). Eigentlich wollte er ja Journalist werden, aber irgendwie kam die Politik dazwischen. Gestern hat Sebastian Edathy dann doch die Rollen getauscht: Zum Abschluss seiner sommerlichen Praktikumstour durch den Wahlkreis hospitierte der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete einen Tag lang bei Schaumburger Zeitung und Schaumburg-Lippischer Landes-Zeitung.

Praktikant "se" beim Vortrag der Konrad-Adenauer-Stiftung: "Man

Geschont wurde der Politiker dabei nicht. Umgekehrt schonte er seine Kollegen auf Zeit wenig: Bei der morgendlichen Redaktionskonferenz stellte Edathy in einer von ihm vorbereiteten "Blattkritik" vor, was ihm in der vergangenen Woche an der Zeitung aufgefallen war - positiv wie negativ. "Sehr detailliert und sorgfältig", lobte Chefredakteur Frank Werner die Anmerkungen des Politikers. Anschließend wurde der 36-jährige Praktikant - Kürzel: "se" - zu gleich zwei Terminen geschickt: Im Galerie-Café Luhden sollte er über die Katzen-Zeichnungen des Bückeburger Hobby-Künstlers Oliver Wallbaum berichten ( Seite 16 ), im Anschluss daran bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bückeburg die "Chancen Schaumburgs auf finanzielle Unterstützung durch die EU" ausloten ( Seite 18 ). Beide Artikel verfasste Edathy - genauso wie das "Frühstücks-Ei" oben auf dieser Seite - in der Redaktion in Rinteln, und wieder gab es Lob vom Chef: "Gut recherchiert, ausgewogen geschrieben." So ganz fremd ist dem studierten Sprachwissenschaftler das Schreiben ohnehin nicht. Durch seinen Beruf hat er viel mit Journalisten zu tun, seine Pressemeldungen verfasst er komplett selber. Trotzdem bewertet er seinen Auftritt als Redakteur als eine interessante Erfahrung: "Man hört viel aufmerksamer zu, wenn man anschließend drüber schreiben muss", stellt Edathy fest. Und: "Es gibt viele Alltagstermine, die vielleicht nicht die große Bedeutung haben, die aber das regionale Leben ausmachen." Auch mit den kleinen Tücken des Berufsalltags hatte Edathy zu kämpfen: Mitten im Vortrag der Konrad-Adenauer-Stiftung ging dem Praktikanten die Tinte aus... Der Tag in Diensten unserer Zeitung habe ihm großen Spaß gemacht, zog Edathy gestern Abend gegen 18 Uhr am Ende eines Redaktionstages eine positive Bilanz: "Es war spannend, den Arbeitsalltag einer Redaktion kennen zu lernen." Trotzdem bereut der Bundestagsabgeordnete seine Berufswahl nicht: "Ich ziehe es vor, Sachen zu machen, über die anschließend berichtet wird."

Im Gespräch mit Hobby-Künstler Oliver Wallbaum: "Alltagstermine
  • Im Gespräch mit Hobby-Künstler Oliver Wallbaum: "Alltagstermine machen regionales Leben aus."
Redaktionskonferenz am Vormittag: Sebastian Edathy bei seiner "B
  • Redaktionskonferenz am Vormittag: Sebastian Edathy bei seiner "Blattkritik", rechts Chefredakteur Frank Werner. Fotos: tol
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