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Bioclimatic sieht Glaubwürdigkeit seiner Erfindung bedroht / Runkel verteidigt Brief-Aktion

Polit-Attacke der Grünen trifft Unternehmer

Bad Nenndorf (rwe). Mit ihrer Attacke auf den CDU-Abgeordneten Joachim Runkel haben die Grünen offenbar den Falschen getroffen. Das Bad Nenndorfer Unternehmen Bioclimatic, dessen Produkt der Politiker in einem Brief an verschiedene Behörden empfohlen hatte, sorgt sich um die Glaubwürdigkeit seiner weltweit einmaligen Technik im Kampf gegen Viren. Grünen-Fraktionssprecher Stefan Wenzel hatte die Wirksamkeit der Geräte in Zweifel gezogen. Firmengründer Werner Schröder versteht die Welt nicht mehr und erwartet eine Entschuldigung der Partei.

Dieser Stempel erfüllt Firmenchef Werner Schröder mit Stolz. Im Prospekt für die Viroxx-Geräte findet sich das Siegel der Philipps-Universität in Marburg. "Die Wissenschaftler haben jedes Wort gelesen. Wir dürfen das so schreiben", sagt Schröder, um etwaigen Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dank der im Niedernfeld entwickelten Technik ist es möglich, umhüllte Viren auszuschalten. Dazu zählen SARS-Erreger, aber auch Influenza, Ebola oder Vogelgrippe. Mit seiner Kritik an dem CDU-Abgeordneten Joachim Runkel hat Stefan Wenzel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, mögliche Zweifel um die Wirksamkeit der Technik genährt. Er sieht keinen Anlass dafür, dass die Vogelgrippe die Menschen gefährden könnte. "Davor zu warnen, ist schon merkwürdig." Deshalb habe er in Verbindung mit Runkels Empfehlungsschreiben von "dubiosen Geschäften" gesprochen. Der Vergleich mit Scharlatanen, die von der Angst der Menschen profitieren und wirkungslose Produkte anbieten, bringt Unternehmer Werner Schröder auf die Palme. Sein Unternehmen bekomme Anfragen aus der ganzen Welt. Bioclimatic ließ sein Viroxx 1000 als Medizingerät zertifizieren. Im Sommer 2005 gab Ministerpräsident Christian Wulff auf seiner Sommertour den Startschuss für die Produktion, seit November läuft der Vertrieb. Mehrerehundert der knapp 5000 Euro teuren Geräte sind bereits verkauft. Diese werden vor allem von Krankenhäusern angefragt, die auf diesem Weg die Infektion durch so genannte Multiresistente Viren vermeiden wollen. Über die Leistungsfähigkeit der Technik ist der Grünen-Fraktions-Chef bisher nicht im Bilde. Wenzel räumt ein, sich darüber vor seiner öffentlichen Kritik an Runkel nicht informiert zu haben. "Wir haben die Firma aber auch nicht genannt", fügt er hinzu. Er habe mittlerweile mit Schröder gesprochen und warte auf das Gutachten. Doch auch wenn die Geräte wirksam seien, hält er das Empfehlungsschreiben von Runkel für nicht statthaft. Ein Abgeordneter solle sich für die Wirtschaft in der Region einsetzen, nicht für ein Produkt. Joachim Runkel bleibt dabei: In einer Stellungnahme an den Landtagspräsidenten sieht er es als seine Pflicht, "im Zusammenhang mit der Diskussion um mögliche Vorsorgemaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe die zuständigen Ministerien und Behörden auf jedes neue, mir bekannte Verfahren aufmerksam zu machen." Er hatte insgesamt 16 Briefe verschickt, in denen er auf die Geräte und deren wissenschaftlich belegte Wirksamkeit hinwies. Ein Prospekt lag bei. Runkel ist auch nicht der erste Schaumburger Politiker, der empfiehlt, den Einsatz von Bioclimatic-Geräten zu prüfen. SPD-Bundestagsabgeordneter Sebastian Edathy schrieb vergangenen Sommer nach einem Firmenbesuch unter anderem an den damaligen Verteidigungsminister Peter Struck und an Landwirtschaftsministerin Renate Künast, um auf die innovative Technik hinzuweisen.

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