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Trickbetrüger vertreiben 50-Euro-Blüten / Ware wird auf der Straße entgegen genommen

Pizza geliefert, dafür Falschgeld bekommen!

Rinteln (ur). Für den Rintelner Pizzabäcker Enzo C. und sein Team war es zunächst eine Außer-Haus-Bestellung wie jede andere: Ein Bürger der Innenstadt rief während der abendlichen Geschäftszeiten beim Liefer-Service an, orderte die Pizza seiner Wahl und gab dazu auch den Namen "Möller" und die Adresse Graf-Otto-Straße an.

Die Polizei warnt Pizza-Bringdienste vor Falschgeld. Foto: la

So eine "Salami e fungi" herzustellen, geht für den Routinier fast noch schneller als das Brezelbacken, und so konnte der Pizzakurierfahrer die ofenfrisch dampfende Mahlzeit schon eine Viertelstunde später zur Auslieferung in Empfang nehmen und an den Bestimmungsort bringen. Der Kunde schien besonders hungrig zu sein, denn er wartete schon am Eingang auf seine Pizza, nahm diese dankend in Empfang und zahlte mit einem 50-Euro-Schein. Dieser allerdings war längst nicht so echt wie die Auflagen auf dem Pizzateig und erst recht nicht so echt wie das Wechselgeld von über 40 Euro, das der Kunde im vorliegenden Fall empfangen hatte. Im abendlichen Halbdunkel vor dem Wohnhaus hatte sich der Botenfahrer eine mittels Farbkopierer hergestellte Blüte andrehen lassen, die zwar auf den ersten Blick recht echt wirkte, der aber jedes der Sicherheitsmerkmale fehlte, und auch der Silberstreifen war nur als schwarze Linie auszumachen - ein Umstand, der allerdings bei den Lichtverhältnissen nicht auszumachen war. Auch das mehrfach geknickte Papier entsprach vom Gefühl her in der Hand nicht der üblichen Anmutung eines echten Geldscheins - "aber es war mir peinlich, dem Kunden gegenüber irgendwie Misstrauen zu zeigen", erinnert sich der Auslieferungsfahrer. Dieser Tatablauf deutet keineswegs nur auf einen hungrigen Pizzafreund, denn mit exakt der gleichen Masche wurden "Kunden" auch bei Lieferservice-Betrieben in Nenndorf und Hessisch Oldendorf auffällig. Die Polizei empfiehlt, die ohnehin übliche Verfahrensweise beizubehalten: "Nicht nur den Namen, sondern auch die Rufnummer festhalten." Was allerdings dann problematisch ist, wenn der Anrufer sich eines fremden Namens mit der dazugehörigen Anschrift und Telefonnummer bedient, den Boten bereits außerhalb des Hauses abfängt und den Aufruf seiner Rufnummer auf dem Telefon-Display durch entsprechende Eingaben verhindert. Ein weiterer Fall nach exakt demselben Muster wurde vorgestern von der Polizei aus Haste gemeldet: Dort hatte der Mann zwei Salate im Wert von zehn Euro bestellt. Als der Mitarbeiter die Speisen zur Adresse lieferte, winkte er ihn an den Straßenrand. Der Mann zahlte mit einem gefälschten 50-Euro-Schein und steckte das Wechselgeld ein. Immerhin konnte der Angestellte der Polizei eine Beschreibung des Täters liefern: Er ist 1,70 Meter groß, trug eine blaue Jeans, Sneakers (Sportschuhe) sowie ein graues Kapuzenshirt. Die Kapuze hatte er über den Kopf gezogen, so dass sein Gesicht kaum zu erkennen war. Die Polizei warnt die Betreiber von Bringdiensten vor den Tricks der Geldfälscher und bittet um Hinweise unter Telefon (05751) 9 54 50 oder (05723) 9 46 10.

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