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"Starke Eltern - starke Kinder": Der richtige Umgang miteinander kann geübt werden

Patentrezepte gibt es nicht - aber gute Wege

Auetal. Wer Kinder ernst nehmen will, der muss ihnen auf Augenhöhe entgegen treten. Muss mit ihnen sprechen, ihnen Orientierung bieten, aber auch vorleben, was gesagt wird - Worte allein reichen nicht aus. Denn die Anforderungen an Eltern und Alleinerziehenden haben sich in den letzten Jahren dramatisch gewandelt. Viele Eltern müssen Beruf und Familie in Einklang bringen, doch der Alltag sieht häufig anders aus, als Eltern es sich vorgestellt haben. Immer wieder gibt es Situationen, in denen sie ratlos sind, sich ohnmächtig oder allein gelassen fühlen. "Es fehlt ihnen oft an Zeit", sagt Birgit Schaper-Gerdes vom Kinderschutzbund Schaumburg.

Birgit Schaper-Gerdes

Autor:

Frank Westermann

Um Eltern zu beraten und zu stärken, hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schaumburg und dem Kinderschutzbund ein Seminar über zwölf Abende zum Thema "Starke Eltern - starke Kinder" in den Räumen des Kindergartens Rolfshagen stattgefunden. Damit Eltern als Paar oder Alleinerziehende die Möglichkeit hatten, an diesem Kurs teilzunehmen, hat der Kindergarten Rolfshagen in Zusammenarbeit mit der Verwaltung für die Zeit des Seminarbesuchs eine fachliche Kinderbetreuung mit Verpflegung durch das Fachpersonal des Kindergartens Rolfshagen für die mitgebrachten Kinder angeboten. An diesen Abenden hat Diplom-Pädagogin Schaper-Gerdes mit Eltern und Alleinerziehenden im Kindergarten Rolfshagen geübt, was bei der Kindererziehung wichtig ist. Patentrezepte gibt es nicht, stellt die Referentin fest, aber gute Wege. Eine der wichtigsten Mittel ist die Kommunikation: "Es wird eindeutig zu wenig gesprochen zwischen Eltern und Kindern", meint Schaper-Gerdes, viele Eltern seien zu stark mit sich selbst beschäftigt. Wichtig sei dabei die Gesprächsführung: Es müsse über Konflikte gesprochen werden, dies dürfe aber nicht in Streit ausarten: "Eltern sollten nicht anklagen, sondern Wege und Lösungen aufzeigen." Zuhören sei generell wichtig, weil Eltern ihre Kinder als Partner betrachten sollten: "Eltern müssen wissen, was ihre Kinder bewegt. Zwar müssen sie bestimmen, aber dabei die Würde des Kindes immer im Auge haben." Und: "Was ich erreichen möchte, das muss ich vorleben." Dabei blieb es nicht bei den zweistündigen Gesprächen zwischen Referentin und Eltern sowie den Erziehungsberechtigten untereinander. Alle erhielten an einem Abend ein Motto, das in den nächsten sieben Tagen bis zur nächsten Zusammenkunft beachtet und umgesetzt werden musste, etwa: "Auch die positiven Seiten der Kinder sehen." Denn zum Lernen brauche ein Kind Anerkennung, Liebe und Vertrauen, so Schaper-Gerdes. Wie der allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Thomas Priemer und die Leiterin des Kindergartens Rolfshagen, Beate Handierk, deutlich machten, ist dieses Projekt ein weiterer kleiner Schritt für ein familienfreundlicheres Auetal. Auch würden derartige Kooperationen unterschiedlicher Träger eine gute Basis für die weiteren Bemühungen für ein Auetaler Bündnis für Familien bieten. Überrascht zeigte sich Referentin Schaper-Gerdes von der guten Beteiligung der Eltern an dem Seminar und von der Kombination aus Weiterbildung der Eltern und gleichzeitiger Betreuung der Kinder. Zukünftig soll versucht werden, auch in anderen Kindergärten der Gemeinde Auetal ähnliche Projekte zu starten, sofern das Interesse der Eltern besteht, so erklärt Priemer. Ein Gespräch mit der Kreistagsabgeordneten Gabi Willers ergab, dass bei ähnlichen Veranstaltungen ergänzend eine Betreuung durch das Jugendzentrum speziell für ältere Kinder erfolgen könnte.

... und Felix und Fynn auch. Fotos: rnk
  • ... und Felix und Fynn auch. Fotos: rnk
Die Eltern lernen....
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