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Gespräche über gemeinsame Liste Wöllenstein-Die Linke werden aber aufmerksam beobachtet

Parteien reagieren gelassen auf „Die Linke“

Bad Münder (jhr). „Die Linke“ als fünfte oder gar sechste Stadtratsfraktion? Eine Vorstellung, die den Spitzen der etablierten Parteien in Bad Münder nicht unrealistisch erscheint. Nach der Ankündigung von Hubertus Wöllenstein und führenden Vertretern der Linken auf Kreis-Ebene, Gespräche über eine gemeinsame Liste zu führen, ist das Thema in den Parteien bewegt worden.


Deutlich mehr Chancen werden einer Verbindung von Wöllenstein und der Linken seit der Entscheidung für die Änderung der Zahl der Wahlbereiche zur Kommunalwahl 2011 eingeräumt. „Die Reduzierung auf einen Wahlbereich geht ganz klar zugunsten der kleineren Parteien“, sagt Rolf Wittich, Chef der SPD/FDP-Ratsgruppe. Bei der Kommunalwahl würden in erster Linie Personen gewählt, nicht Parteien, daher sieht er einer Kandidatur der neuen Verbindung gelassen entgegen. „Das ist guter demokratischer Brauch. Der Wähler ist mündig und weiß, was er von einzelnen Parteien und Personen zu halten hat.“ Gerade in der aktuellen Zeit sei es wichtig, „Leute zu haben, die nicht nur Querulanten sind, sondern die kreativ sind“, so Wittich.

„Ich schätze Herrn Wöllenstein persönlich sehr. Dass er nun den Schritt zu den Linken gegangen ist, bleibt seine eigene Entscheidung“, erklärt Harald Einecke. Der CDU-Fraktionschef geht davon aus, dass „vernünftig zusammengearbeitet“ werden könne, allerdings: „Inwiefern er dann die Dinge vertreten kann, die die Linke vertritt – das muss Hubertus Wöllenstein mit sich selbst ausmachen.“

Eine „nicht uninteressante Belebung der Diskussionen“ erwartet Helmuth Mönkeberg von proBürger von einem Einzug Wöllensteins in den Stadtrat – und die Chancen dafür seien durchaus vorhanden. „Als die Grünen angefangen haben, war es den etablierten Parteien auch nicht recht. Wir von proBürger wurden zu Beginn sogar als Brandstifter gebrandmarkt“, erinnert Mönkeberg an die Anfangsphase anderer kleiner Gruppierungen.

Gelassen sehen auch die Grünen eine Kandidatur Wöllensteins auf einer gemeinsamen Liste mit der Linken: „Ich würde sagen: Willkommen, Hubertus Wöllenstein“, erklärt Fraktionschef Gerhard Fiedler. Wie sie die Linke einführe, bleibe abzuwarten. Eine „Belebung der Debatte“ kann sich auch sein Fraktionskollege Dr. Helmut Burdorf vorstellen – möglich seien allerdings ein paar „Anpassungsschwierigkeiten“.

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