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Schwerlaster hat Schulhof beschädigt / Wischnat muss sich Kritik stellen / Falscher Zeitpunkt für Bau?

Panne beim Brückenschlag: 10 000 Euro Schaden!

Eilsen/Heeßen. Hätte der Brückenschlag am Friedhof Heeßen am 29. November 2005 gar nicht erfolgen dürfen - wie Dr. Wilhelm Dreves (CDU) behauptet? Hat die Samtgemeinde an jenem Tag schlichtweg "Pech" gehabt - wie Heiner Hoppe (SPD) meint? Oder ist die von Dreves angestoßene Kontroverse nichts anderes als "Wahlkampf" - wie Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat glauben machen will? Fest steht: Der damalige Austausch der maroden Auequere hatte für Wischnat jetzt im Bau- und Umweltausschuss ein politisches Nachspiel.

Autor:

Thomas Wünsche

Denn: Der Autokran sowie der Tieflader, auf dem die Brücke weiland transportiert wurde, hatte - um ans Aueufer zu kommen - damals die Zufahrt über den Schulparkplatz und den Südteil des Schulhofes genommen. Dabei war die Teerdecke des Schulhofes durch das Gewicht des Kolosses beschädigt worden. Damit die Kinder den Hof umgehend wieder nutzen konnten, hatte die Samtgemeinde die Firma "Bartz Bau" (Walsrode), die gerade in Bad Eilsen tätig war, nach einem Eilentscheid von Bauausschusschef Heinz Grabbe (SPD) mit der Reparatur der Teerdecke beauftragt. Die Kosten betragen 10 250 Euro. Geld, das letztlich der Steuerbürger zahlen muss. Zumal der Lieferant der Brücke erklärt hatte, dass er für die Anfahrt keine Verantwortung übernehme. Eine (Mehr-)Ausgabe aber auch, die nach Ansicht Dreves vermeidbar war - wäre der Brückenschlag nicht im November, zur nassesten Jahres- und damit zur "Unzeit" erfolgt. "Wie konnte das passieren? Wer hat das zu verantworten?", fragt der Christdemokrat, seines Zeichens Landwirt im Nebenerwerb, im Ausschuss. Und behauptet: "Wer auf so ein Gelände fährt, muss zwangsläufig versacken. Das weiß jeder." Mit ein "bisschen mehr Sachverstand", so Dreves, hätte sich die Samtgemeinde den Schaden und damit auch die Reparaturkosten ersparen können. Obwohl der Politiker Wischnat nicht namentlich anspricht, ist jedem im Ausschuss klar, an wen sich die Kritik richtet ... Der Samtgemeindebürgermeister verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Samtgemeindeausschusses, dem er damals vorgetragen habe. In der Vorwoche sei das Wetter auch noch "geeignet" gewesen. Allerdings: "Am 29. November schlug die Witterung plötzlich um." Der Kran sei bestellt gewesen, mit dem unvermutet einsetzenden Tauwetter habe niemand rechnen können. "Die Alternative", so Wischnat, "wäre gewesen, die für Senioren wie Schüler so wichtige Brücke kurzfristig wieder abzubestellen - dann aber hätten wir sie vielleicht heute noch nicht." Außerdem seien nur ein Bruchteil der 10 250 Euro wirkliche Reparaturkosten; der Rest diene der "Wertsteigerung" des Schulhofes. Ähnlich sieht das auch Hoppe: "Da Brücke, Autokran und Tieflader für besagten Tag bereits bestellt waren, mussten wir das Vorhaben auch durchziehen." Hätte Eilsen dem Lieferanten abgesagt, hätte das die Samtgemeinde nach Ansicht des Sozialdemokraten ebenso Geld gekostet. Fazit Hoppes: "Wir haben an jenem Tag schlichtweg Pech gehabt." Außerdem: Wäre die abgesperrte Altbrücke noch länger stehen geblieben, wären vielleicht Kinder drauf rumgeturnt: "Wäre dabei was passiert, hätten wir den nächsten Prozess am Hals." Replik von Dreves: "Du bist zwar Bauernsohn, aber kein praktizierender. Ich kann auch nicht bei strömendem Regen Korn dreschen." Der Christdemokrat bleibt dabei: "Hier hat die Logistik versagt."

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