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Nur knappe Mehrheit im Ortsrat / Vereine fragen nach Veränderungen unter neuem Besitzer

Osterberg: Verkaufs-Gegner erklären sich

Bad Münder (jhr). Der Verkauf des städtischen Waldgebietes Osterberg wird nun doch nicht zum unwidersprochenen Selbstläufer. Im Ortsrat der Kernstadt nahmen lediglich sechs Mitglieder die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung für den Rat zustimmend zur Kenntnis – fünf sprachen sich dagegen aus.


Bürgermeisterin Silvia Nieber bemühte sich engagiert darum, die Bedenken von Gegnern des Verkaufs zu zerstreuen – und hatte dazu eigens die Makler Uwe-Heinrich Flohr und Jakob Freiherr von Richthofen eingeladen, die den Käufer aus Hessisch Oldendorf gefunden und mit ihm Gespräche zur beabsichtigten Nutzung geführt hatten. Flohr und Nieber gingen dann auch auf die Befürchtungen ein, die einige Pächter von Vereinsheimen im Osterberg hegen: Es könne Probleme mit der Wegebenutzung geben, der künftige Besitzer könne Pachtverträge kündigen, die Pacht könne unter dem Käufer extrem steigen. „Der Käufer weiß um die Verträge. Er kauft sich den Wald als Kapitalanlage – er will sich keine Probleme und keine Arbeit kaufen, ausdrücklich nicht“, machte der Makler deutlich. Nieber erinnerte daran, dass die Stadt aus den bestehenden Verträgen ausscheiden und der Käufer in sie eintreten wird, damit beispielsweise auch in die bestehenden Wegerechte und Fahrerlaubnisse. Vereinsheime werden im Osterberg von der TuSpo, dem Mandolinen- und Gitarrenverein, dem SPD-Ortsverein und einem Berliner Förderverein für kinder- und jugendpolitische Arbeit betrieben. Der Pachtvertrag der TuSpo endet 2012, alle anderen Verträge erst später.

Während Uwe Peter Keil (SPD) und Hans-Ulrich Siegmund unter Hinweis auf das Konsolidierungsprogramm der Stadt einem Verkauf zustimmen wollen, kommt ein klares Nein zum Verkauf des Osterbergs kommt von Helmuth Mönkeberg, Fraktionschef von proBürger. Er sieht den Verkaufserlös im Vergleich zur Schuldenlast der Stadt, die durch den Verkauf gesenkt werden soll, als „Tropfen auf den heißen Stein“. Ein deutliches Votum gegen den Verkauf kommt auch von Uwe Nötzel (SPD), der davor warnte, „ganz besondere Vermögenswerte“ wie den Wald zu veräußern. „Der Effekt der Entschuldung wird in kurzer Zeit verpuffen, der Verlust von Liegenschaften bleiben“, erklärte er. Land und Bund würden sich auf Kosten der Kommunen entschulden und sie durch politisch erzeugten Druck zum Verkauf von unwiederbringlichem Vermögen bewegen.

Für Hubertus Wöllenstein (KWG) ist das durch die Bewirtschaftung des Waldes regelmäßig in den städtischen Haushalt gespülte Geld das Hauptargument für eine Ablehnung des Verkaufs.

Der Rat soll in der kommenden Woche in einer Sondersitzung über den Verkauf des Osterbergs entscheiden.

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