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Operettencafé Weserbergland im Martin-Schmidt-Konzertsaal mit Smetanas „Die verkaufte Braut“

Operamobile entführt Zuschauer nach Böhmen

Bad Münder (hm). Die jüngste Inszenierung des Operettencafés Weserbergland im münderschen Martin-Schmidt-Konzertsaal hat die Zuschauer mitgenommen auf eine bunte Reise nach Böhmen – genauer gesagt in ein musikalisches Dörfchen Namens Malymoldavsko. Auf der dortigen Kirchweih zum 1000-jährigen Bestehen des Ortes spielt Friedrich Smetanas komische, aber musikalisch anspruchsvolle Oper „Die verkaufte Braut“.

Heiratsvermittler Kezal (Daniel Eggert) will mit der Bauerstocht

Die Geschichte handelt vom bauernschlauen Kuhhandel mit Söhnen und Töchtern auf dem Dorf. Die Ehe zwischen dem stotternden und sich permanent lächerlich machenden Bauernsohn Wenzel (gespielt von Christoph Rosenbaum) und Marie (Bettina Delius) ist bereits beschlossene Sache. Apotheker und Heiratsvermittler Kezal (Daniel Eggert) muss allerdings dazu die innige Liebe zwischen Hans (Tadeusz Galczuk) und Marie zuvor durch einen listigen 300-Guldenvertrag beseitigen.

Wie ein roter Faden zog sich nun die verkaufte Braut mit ihrer turbulenten Gefühlswelt durch die Vorstellung des Ensembles Operamobile. Insgesamt eine gesanglich stimmige Leistung. Bettina Delius hörte man mit ihrer glockenhellen Sopranstimme die Operettendarstellerin an, was aber durchaus kein Nachteil war. Zusätzlich wusste sie dabei, ihre schauspielerischen Talente gekonnt einzusetzen. Das echte Gefühl in ihrer Rolle als selbstbewusstes Dorfmädchen nahmen ihr die Zuhörer in den – nicht ganz ausverkauften – Vorstellungen ab.

Den wohl größten gesanglichen Part hatte Tenor Tadeusz Galczuk. Er trumpfte mit bäuerlich salopper Unbekümmertheit und einer verschwenderischen Fülle an tenoralem Gold auf. Großen Beifall erhielten Esmeralda (Cecilia de Maizière) mit ihrer warmen Mezzosopranstimme und Daniel Eggert in der Rolle des Kezal. Mit seiner enorm tiefen Bassstimme präsentierte er die Arie „Oh, ich bin klug und weise“ aus der Oper „Zar und Zimmermann.

Die acht Hauptfiguren spielten in bemerkenswerter Natürlichkeit. Nicht unerwähnt bleiben darf das Ensemble des Kinderchores der Nordstädter Kirchengemeinde Hannover. „Kommt der Herbst mit bunter Pracht“ wurde von ihnen mit kindlicher Fröhlichkeit unbekümmert vorgetragen.

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