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Morgen im Jakobi-Gemeindesaal: Bürgermeister a.D. Henning Scherf spricht über Perspektiven (nicht nur) für Senioren

"Oma-Knutscher" kommt zum Rintelner Abendgespräch

Rinteln (ur). Während seiner Amtszeit als Bürgermeister und damit auch Ministerpräsident im Bundesland Bremen nannte man Henning Scherf bisweilen auch mit spöttischem Respekt "Oma- Knutscher", denn Scherf suchte "das Bad in der Menge", umarmte und liebkoste speziell die älteren Damen, wenn er (unter regelmäßigem Verzicht auf das Dienstkarossen-Privileg) mit seinem Fahrrad in Nachbarschaftsheimen, bei Stadtteilfesten oder auch in Kirchengemeinden auftauchte, um sich gerade über die Lage und die Sorgen der Senioren aus allererster Hand zu informieren.

Schon im vergangenen Sommer präsentierte sich Henning Scherf auf

Inzwischen hat der früher als Erntehelfer im revolutionären Nicaragua tätig gewesene Sozialdemokrat sich von der Last politischer Ämter weitgehend befreit und zählt mittlerweile selber zur Generation der Ruheständler - was man bei dem agilen Zweimetermann allerdings nicht allzu wörtlich nehmen darf: Erst im vergangenen Jahr hat er in seinem Buch "Grau ist bunt" über generationsübergreifende Wohngemeinschaften Lebens-Modelle vorgestellt, die Ältere davor bewahren sollen, auf das soziale oder menschliche Abstellgleis geschoben zu werden - wobei "der Lange" schon seit etlichen Jahren in seiner Heimatstadt Bremen selbst in einer Wohngemeinschaft lebt, die weit über ein bloßes Nebeneinander hinausgeht. Seine Erfahrungen undÜberlegungen dazu stellt Scherf am morgigen Mittwoch, 16. April, bereits um 18 Uhr bei den "Ökumenischen Abendgesprächen" im Gemeindesaal der evangelisch-reformierten Jakobi-Gemeinde am Kollegienplatz vor. Rintelner Abendgespräche schon um 18 Uhr? Für den passionierten Radler und Bahnfahrer passt es auch bei solchen Veranstaltungen nicht zur Scherfschen Lebenspraxis, mit Chauffeur oder als Autofahrer anzureisen und so will er den Heimweg nach Bremen noch am selben Abend mit der Bahn antreten - in der Hoffnung, dass sein Drahtesel bei der Rückkehr an der Fahrradstation beim Bremer Hauptbahnhof noch für die letzten Kilometer zum heimischen Kollektivherd bereitsteht. Vorsicht: Dieser Mann ist echt - wie schon Ringelnatz den Bremern nachsagte. Verbundenübrigens mit der Anmerkung: "Und echt ist selten!"

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