weather-image
12°
Rintelner Rat beschließt "Lokales Bündnis für Familien" / Mehr Stunden für Kirstin Büthe

"Oma-Hilfsdienst" und Spielecke im Büro

Rinteln (wm). Rinteln hat jetzt ein "Lokales Bündnis für Familien" - das wurde einstimmig in der jüngsten Ratssitzung beschlossen. Den Antrag hatte die WGS gestellt, aber auch bei der CDU war das Thema längst in der Diskussion.

Was sich die WGS unter einem "Lokalen Bündnis" vorstellt, erläuterte in der Ratssitzung im Detail Gert Armin Neuhäuser: Betriebe sollten motiviert werden, familienfreundliche Arbeitszeiten einzuführen, Kindergärten und Grundschulen besser zusammenarbeiten, Kinderbetreuung "innovativ" organisiert werden, vor allem im Hinblick auf die Anforderungen in der Arbeitswelt. Sprachförderung müsse verstärkt angeboten und Familien mehr in lokale Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Neuhäuser machte auch gleich ein paar ganz praktische Vorschläge: Die Verwaltung könnte in einem Büro eine Kinderecke einrichten, damit ein Kind spielen kann, während Vater oder Mutter arbeiten - wenn beispielsweise der Kindergarten geschlossen ist oder Oma für Kinderbetreuung keine Zeit hat. Eine "Familienkarte" und spezielle "Windelmüllsäcke" sah Dagmar König (CDU) mit als erste Aufgaben an, dazu die schrittweise Reduzierung der Kindergartengebühren bis zur Gebührenfreiheit. Betreute Spielplätze, eine Betreuung der Kinder, wenn die Mutter einkauft und die Organisation von Hausaufgabenhilfe seien weitere Projekte, die mananstreben sollte. SPD-Fraktionssprecher Klaus Wißmann wollte das Thema lieber auf die originären Aufgaben der Kommune eingegrenzt sehen, also eine Verbesserung der Öffnungszeiten der Kindergärten, eine echte Ganztagsbetreuung und mehr Krippenplätze - wenn das umgesetzt werde, habe man schon viel erreicht. Ursula Helmhold (Grüne) warnte, ein Oma-Hilfsdienst und schöne Spielplätze allein würden noch kein Elternpaar dazu animieren, Kinder zu bekommen, notwendig sei ein "allgemeiner Wandel des gesellschaftlichen Klimas". Kinder zu haben, werde heute von vielen Paaren gleichgesetzt mit einem vorprogrammierten sozialen Abstieg. Grundsätzlich, so Helmhold, sei Rinteln schon eine kinderfreundliche Stadt, in der viel getan werde mit Kinderhortgruppen, Waldkindergarten, Kinderschutzbund und "Ferienspaß". Ein kostenloser Kindergarten könnte da noch ein echter Standortvorteil werden. Einen ersten konkreten Schritt gab es auch: Diewöchentlichen Arbeitsstunden der Gleichstellungsbeauftragten Kirstin Büthe, die die Projekte des "Lokalen Bündnisses für Familien" koordinieren soll, wurde von zehn auf 20 Stunden aufgestockt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare