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Haus befindet sich in Privatbesitz / Was sagt der Konzern? / Im Herbst zwei Ausstellungen

Oetker-Haus: Ein Museum im Teilbereich?

Obernkirchen (sig). "Nur wenige Menschen wissen, dass Dr. August Oetker, der Gründer eines Weltunternehmens, in Obernkirchen geboren ist und dass hier heute noch sein Geburtshaus steht", sagte Liselotte Dehler-Schmahl in der Sitzung des Ausschusses für Partnerschaften und Kultur. Sie sucht nach Mittel und Wegen, das zu ändern. Am liebsten würde sie einige der in diesem Haus freigewordenen Räume in ein Museum zur Erinnerung an die Familie Oetker verwandeln. Aber das könnte ein beschwerlicher Weg werden.

Hier ist die Keimzelle des Bielefelder Weltkonzerns: Wünsche zur

Das erste größere Hindernis ist die Tatsache, dass dieser Fachwerkbau in der Friedrich-Ebert-Straße zwar noch brauchbar erhalten ist, aber nicht der Familie Oetker oder dem Stammhaus gehört. Es befindet sich vielmehr im Privatbesitz. Die zweite zu überwindende Hürde ist: Man müsste den in Bielefeld angesiedelten Konzern dafür gewinnen, sich zumindest am Bereitstellen von Ausstellungsstücken zu beteiligen. Da bleibt die Frage: Welche Bedeutung misst die heutige Konzernführung der Tatsache bei, dass sich in einer kleineren Stadt im Schaumburger Land die Keimzelle des Unternehmens befindet? Der hier am 6. Januar 1862 geborene August Oetker, der den Beruf eines Apothekers erlernte und sich als 29-Jähriger in Bielefeld niederließ, hatte mit der Erfindung des Backpulvers den Grundstein für ein Weltunternehmen gelegt. Es ist verständlich, dass seine Heimatstadt gern weiterhin mit dem Namen einer so herausragenden Persönlichkeit in Verbindung gebracht werden will. Ehrenbürgermeister Adolf Bartels stellte dazu in der Ausschusssitzung fest: "Wir hatten schon früher die Idee, die Firma Oetker für den Plan zu gewinnen, das Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße als Oetker-Gedenkhaus einzurichten. Zuletzt haben wir 1980 den Versuch unternommen, hier ein repräsentatives Museum zu schaffen, aber man hat uns den Kontakt zu den damaligen Familienmitgliedern erst gar nicht ermöglicht, sondern schon vorher abgeblockt. Aber eins steht trotzdem fest: Der Name Oetker gehört nicht nur zu Bielefeld." Bürgermeister Oliver Schäfer begrüßt die Absicht des von Liselotte Dehler-Schmahl geleiteten "teams Obernkirchen", einen neuen Versuch zu starten, wenigstens einen Teilbereich als Gedenkstätte zu verwenden. Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch der Rat würde ein solches Vorhaben sicherlich unterstützen, versicherte er. Andreas Hofmann von der Gruppe CDU/WGO dachte sogar noch weiter und stellte die Frage: "Könnte man dieses Haus nicht als Ausstellungsort für Oetker und zugleich als Sitz der Info-Galerie verwenden?" Liselotte Dehler-Schmahl: "Für so groß sehe ich die Räume dort nicht an, aber ohne das Einverständnis des Vermieters geht ohnehin nichts." Wie sich die weiteren Bemühungen auch gestalten werden, im September und Oktober gibt es zwei auf diese beiden Monate beschränkte Oetker-Ausstellungen im Berg- und Stadtmuseum und in der Info-Galerie. Im Museum will man zahlreiche Exponate zeigen, in der Info-Galerie dagegen bevorzugt Literatur, unter anderem inzwischen historisch gewordene Kochbücher.

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