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Redezeit Kinderarmut, Folge 22: Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) im Interview / Einladung vom „Döner-Haus“

Nur den Gutschein für die Ministerin vergessen

Hannover/Lindhorst (gus). Als 22. Interviewpartner in der „Redezeit Kinderarmut“ hat Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan dem Lindhorster Matthias Hinse Rede und Antwort gestanden. Die CDU-Politikerin beantwortete aber nicht nur sieben Fragen. Hinse, Sprecher der Bürgerinitiative „Wir für soziale Gerechtigkeit“, hat mittlerweile eine achte Frage hinzugefügt.

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Diese lautete: „Wenn Sie an einer Plakataktion für mehr Kinderlobbyismus teilnehmen würden, wie würde der Spruch auf Ihrem Plakat lauten?“ „Mach mit“, war Özkans erster Vorschlag. Nachdem der Lindhorster Besucher das „Mikro“ bereits abgestellt hatte, fiel der Ministerin noch ein Sprichwort ein: „Aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man auch etwas bauen“, sagte die Politikerin.

Im Interview, das auf www.sn-online.de/kinderarmut zu hören ist, blickte Özkan auch auf ihre Kindheit zurück. Zwar habe sie sich nie arm gefühlt, doch bemerkt habe sie schon, dass sich ihre Eltern keine Markenkleidung leisten konnten und auch sie selbst keine trug.

Aber da Özkans Eltern eine Schneiderei betrieben, habe sie sogar exklusives „Maßgeschneidertes“ getragen. Darum hätten sie manche Altersgenossinnen beneidet. „Insofern hatte ich da sogar mehr“, sagte die Ministerin. Die Gleichung „reich gleich glücklich“ stimme nicht, war sie sich sicher. Dies sei auch eine Frage der Perspektive. „Hier ist man reich, wenn man eine Million hat, in anderen Ländern ist man schon reich, wenn man 1000 Euro hat“, betonte Özkan.

Ins Poesiealbum eines armen Kindes würde die 40-Jährige schreiben, dass es an sich glauben soll. Nur dann glaubten auch andere Menschen an das Kind. Sie selbst hat in ihrer Kindheit das Reisen glücklich gemacht. Es sei spannend gewesen, fremde Orte kennenzulernen.

Möglicherweise besucht die Sozialministerin in Kürze noch einmal die Gemeinde Lindhorst. Denn Hinse hatte zwar zusätzlich zum „Mikro“ ein eigenes Geschenk dabei, das Geschenk der Imbissstube „Döner-Haus“ aber vergessen. Ihm sollte ein 100-Euro-Gutschein für Özkan mitgegeben werden – als Anreiz, im „Döner-Haus“ einmal vorbeizuschauen. „Vielleicht lässt sich das ja mal einrichten“, sagte sie.

Interview auf sn-online.de

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