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Cima-Gutachter: Dienstleistungen und Innenstadt-Wohnen förden, Einzelhandel als Ergänzung zu Markt und Obernstraße

Nordstadt: Fast so viele Leerstände wie Geschäfte

Stadthagen (ssr). In der nördlichen Altstadt gibt es fast so viele leer stehende Ladenflächen wie aktive Geschäfte. Das ist eine Erkenntnis des "Einzelhandelskonzeptes für Stadthagen" der Cima Stadtmarketing GmbH (Lübeck). Die Empfehlung der Gutachter: Langfristig sollten die Niedern- und Echternstraße eher lediglich als "Einzelhandelsergänzung zu Markt und Obernstraße " dienen. Zudem sollten - wie besonders auch in der Krummen Straße - Dienstleistungen und Innenstadt-Wohnen entwickelt werden.

25 Einzelhandelsgeschäfte werden in der nördlichen Altstadt betrieben - dem stehen 22 Leerflächen gegenüber, haben die Gutachter gezählt. Das bedeutet fast ein Verhältnis von 1:1. Dazu kommen 41 Einrichtungen in den Bereichen Dienstleistungen, Handwerk oder Soziales. Den großen Anteil der Leerstände führen die Experten darauf zurück, dass die Ladenflächen für Einzelhändler "zu klein, vielfach verwinkelt oder mit Stufen oder zu kleinen Schaufenstern versehen" sind, wie Cima-Mitarbeiter Sascha Anders auf Nachfrage präzisierte. Zudem fehle in dem Areal ein großes Geschäft mit Magnetfunktion für Laufkundschaft. Ein solches dort anzusiedeln, müsse auf Grund der Bedingungen "als unwahrscheinlich angesehen werden", so die Cima-Gutachter. Obwohl sie das Dreieck Echtern-, Krumme und Niedernstraße als Teil der Altstadt für Einzelhandel grundsätzlich für geeignet ansehen, ist das nüchterne Ergebnis ihrer Analyse: "Die Chance, dass sich die Nordstadt als frequenzstarke Einkaufslage entwickelt, wird als sehr gering eingeschätzt." Daher lautet die Empfehlung der Cima: Die Niedern- und Echternstraße sollten strategisch mit Blick auf den Einzelhandel realistisch eher "als Ergänzung" zu Markt und Obernstraße gesehen werden. In der gesamten Nordstadt, speziell aber in der Krummen Straße, müsse zudem die Enwicklung als Standort für Dienstleistungen und für Innenstadtwohnen befördert werden, so der Rat der Experten. Als "den einzigen Lösungsansatz, der realistisch ist", bezeichnete Nikolaus von Schöning, Vorsitzender des Stadtmarketing Stadthagen (SMS), die Cima-Analyse. Die Kaufkraftbindung in Stadthagen sei insgesamt so gut, dass es "wenig Sinn macht, Einzelhandelsansiedlung in diesem Areal dort künstlich zu fördern". Um sinnvoll Dienstleistungen oder Wohnen zu entwickeln, müssten viele Eigentümer aus Sicht des SMS-Chefs allerdings bereit sein, "ihre teils traumhaften Mietvorstellungen den Marktbedingungen anzupassen". Hier eine Art "Flächenmanagement" zu beginnen, wie es auch die Cima-Experten empfehlen, sollte Aufgabe des Wirtschaftsförderers sein, so von Schöning. Für Bürgermeister Bernd Hellmann bleibt auf Sicht in der Nordstadt "ein Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen wichtig". Grundlegend teilt der Verwaltungschef die Cima-Analyse: "Man kann sich den Realitäten nicht verschließen." Die Stadt wolle sich dem Bereich im laufenden Jahr schwerpuntkmäßig widmen, auch eine groß angelegte Versammlung mit Hauseigentümern und Ladenbesitzern sei geplant.

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