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Wie die im Rat vertretenen Parteien den Durchgangsverkehr reduzieren wollen

Noch mehr Aufpflasterungen in der Altstadt - oder doch besser sperren?

Rinteln (wm). Welche Rezepte haben die im Rat vertretenen Parteien, um noch mehr Durchgangsverkehr aus deröstlichen Altstadt zu verdrängen? Trotz Kommunalwahlkampf gibt es hier einen parteiübergreifenden Konsens bei den Großen, einschließlich WGS, und der heißt - um Gottes Willen keine "Querschnittslähmung". Nur Ursula Helmhold (Grüne) wie Karl Lange (FDP) äußern sich da weniger taktisch ausgewogen: Sperren sei die Lösung.

Das Rezept von SPD, CDU und WGS auf einen Nenner gebracht: Noch mehr Aufpflasterungen oder Kölner Kissen oder Fahrbahnverschwenkungen oder Verengungen mit dem Ziel, dem Autofahrer die Durchfahrt "so ekelig wie möglich zu machen", wie das CDU-Fraktionschef Thorsten Frühmark plastisch formulierte. Im Grunde wolle die Fraktion "die Verkehrsführung so lassen, wie sie jetzt ist", also auch die Krankenhäger Straße auf keinen Fall wieder für den Zweirichtungsverkehr öffnen, schilderte Fraktionssprecher Klaus Wißmann (SPD) die Position seiner Fraktion. Eine Sperrung, wo auch immer, käme für die SPD zurzeit nicht in Frage. Mit "vielen kleinen Nadelstichen" die Durchfahrt durch das Altstadtquartier unattraktiv machen, fordert Fraktionschef Thorsten Frühmark (CDU) . Ortsbürgermeister Ulrich Goebel möchte das besonders für die Brennerstraße, als "Schlüsselstelle". Günther Maack schlägt gleich ein Bündel von Maßnahmen vor: So die Ampelphase für Linksabbieger an der Weserbrücke zu verkürzen; am "Alten Museum" sollte der in die Brennerstraße fahrende Verkehr Vorfahrt bekommen; in der Herrengasse sollte Parken auf beiden Straßenseiten erlaubt sein. Gert Armin Neuhäuser (WGS) , der sich für die Fraktion mit dem Thema befasst, fordert Aufpflasterungen, Kölner Teller und Fahrbahnverschwenkungen im gesamten Bereich zwischen Mühlenstraße und Krankenhäger Straße: "Die Autofahrer werden begreifen, dass es außenrum schneller geht, obwohl die Strecke länger ist." Eine weitere Maßnahme wäre eine bessere Verkehrsüberwachung durch die Stadt in Absprache mit dem Landkreis, aber das scheine ja nicht gewollt zu sein, "weil es Ärger geben könnte". Neuhäuser will auf alle Fälle auch den Dingelstedtwall einbeziehen. Dort sollte eine Spielstraße eingerichtet werden, und wo dann "die Blumenkübel stehen", das sei Sache der Verwaltung. Über den Exter Weg nur noch Einfahrt in die Stadt ("damit würde der Verkehr halbiert"), Sperrung der Krankenhäger Straße in Höhe der Bäckerstraße, womit ein Innenstadtring entstände, und Änderung der Einbahnstraßenrichtung in der Engen Straße mit Einfahrt von der Mühlenstraße, das hält Karl Lange (FDP) für die Lösung. "Aufpflasterungen sind rausgeworfenes Geld." Und der von den Dörfern dominierte Stadtrat sollte in diesem Fall daran denken, "es geht nicht an, dass nur die Ortsteile bedient werden", in diesem Falle müsse man an die Lebensqualität der Bewohner im östlichen Altstadtquartier denken. Schluss mit dem Geeiere, schlägt Ursula Helmhold (Grüne) vor. Für ein paar Anwohner an der Drift sei eine Schranke gebaut worden. Warum nicht für die Bewohner in der östlichen Altstadt? Die "Lähmung" sei keine, jedes Geschäft, jedes Grundstück bleibe erreichbar, nur eben anzufahren von zwei Seiten ohne Durchfahrtsmöglichkeit. Parkplätze dürften ohnehin nicht mehr das Problem sein. Aufplasterungen, so Helmhold, hindern niemand: "Die Leute fahren trotzdem!"

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