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Bückeburger Geistlicher sieht sich bestätigt

Noch keine Sanktionen gegen Pastor Röder

Bückeburg (ssr). Die schaumburg-lippische Landeskirche hat trotz gegenteiliger Ankündigungen bisher keine disziplinarischen Schritte gegen Pastor Ingo Röder eingeleitet. Das hat Röder auf Anfrage mitgeteilt. Der im Ruhestand lebende Geistliche hatte der Kichenleitung Mitte Oktober vorgworfen, in einem Fall von Geld-Veruntreuung durch einen Pastoren "kriminelles Verhalten verschwiegen" zu haben. Röder fühlt sich nun durch die ausbleibende Sanktion in seiner Haltung bestätigt.

Wenige Tage nach dem "Röder-Brief" an alle Synodalen habe Landesbischof Jürgen Johannesdotter ihn in einem Schreiben aufgefordert, sich von den Vorwürfen zu distanzieren und sich zu entschuldigen, berichtete Röder. Zugleich habe der Bischof geschrieben, das Kirchenamt prüfe das Einleiten disziplinarischer Schritte. Angedeutet habe der Bischof auch, den Vorgang eventuell der Staatsanwaltschaft zuzuleiten, so Röder weiter. Der damalige Synodenpräsident Joachim Liebig hatte im Vorfeld einer Synodaltagung öffentlich erklärt, kirchenleitende Gremien würden sich mit "dienstrechtlichen Konsequezen des Vorgangs befassen". Daraufhin habe er, Röder, nach Hinzuziehung eines Rechtsanwalts Mitte November dem Landeskirchenamt geschrieben, ein 2004 aktenkundig gewordener Fall von Geld-Veruntreuung sei von der Kirchenleitung in der Tat zumindest formell korrekt abgehandelt worden. "Über das inhaltliche Ergebnis des Verfahrens kann man freilich sehr streiten", fügte Röder hinzu. Dann habe er der Kirchenleitung verdeutlicht, dass er im Kern einen Wiederholungsfall gemeint habe, der sich ein Jahr später, also 2005, zugetragen habe. Und dieser Fall, so Röder sinngemäß in seinem Brief an den Bischof, sei ganz und gar unaufgeklärt geblieben, obwohl er der Kirchenleitung bekannt gewesen sei. Nach Schilderung Röders traf zur Adventszeit ein weiterer Brief des Bischofs ein. In diesem sei er von Johannesdotter erneut aufgefordert worden, die neuen Aussagen zu widerrufen und sich zu entschuldigen. In dem Brief sei dafür sogar eine Frist gesetzt worden, der 20. Dezember. Diese habe er aber, nach eingehender Beratung mit seinem Rechtsanwalt, ganz bewusst verstreichen lassen. Seitdem sei "überhaupt nichts mehr passiert", sagte Röder. "Ich war mir meiner Sache sicher, dass das so kommt", kommentierte Röder die bisherige Untätigkeit der Kirchenleitung. "Denn wenn es zu einem Disziplinarverfahren käme, dann würde über die von mir geschilderten Vorgänge alles offenkundig." Durch das Verhalten des Kirchenamtes sehe er sich darin "bestätigt, dass ich nicht gegen das 8. Gebot ("Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider Deinen Nächsten") verstoßen habe, wie es mir öffentlich vorgeworfen wurde". Er sei daher sicher, dass die Kirchenleitung auch weiter untätig bleiben werde. Die Landeskirche ließ auf Anfrage in dieser Sache verlauten, sie gebe "keine Auskunft zu Personalangelegenheiten".

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