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Amnesty-Gruppe "Schaumburg" klärt am Tag des Flüchtlings auf / Bückeburger unterschreiben für Hinrichtungs-Stopp

Noch immer halten 66 Staaten an der Todesstrafe fest

Bückeburg (mig). Aufgeschreckt von den Nachrichten aus Birma hat ein Stand zum "Tag des Flüchtlings" der "amnesty international - Gruppe 1019 Schaumburg" regen Zuspruch erfahren.

Christel Wieding, Egbert Schulz, Irmgard Klingst und Ilse Deiter

"Das Thema berührt mich sehr, wenn ich die Nachrichten sehe", sagte eine Bückeburgerin, die eine Initiative zum Stopp von Hinrichtungen mit ihrer Unterschrift unterstützte. Besucher, die sich für die allgemeine Lage der Menschenrechte in Birma interessierten, konnten sich im ausliegenden Amnesty-Schwarzbuch über zurückliegende Repressalien der Junta informieren. Ebenfalls auf großes Interesse stieß eine Kampagne gegen die Todesstrafe. Amnesty International lehnt diese Strafform uneingeschränkt ab und will mit Petitionen und Unterschriftslisten auf die "Brutalisierung und Verrohung" durch Hinrichtungen aufmerksam machen. Im Mittelpunkt der Initiative steht die Petition gegen einen Vollzug der "grausamen und unmenschlichen" Strafe an iranischen Minderjährigen. Derzeit halten 66 Staaten an der Todesstrafe fest, in 25 Ländern wurden 2006 Menschen hingerichtet. Zum "Tag des Flüchtlings" hat die heimische ai-Sektion außerdem auf die oftmals prekäre Lage von Asylsuchenden hingewiesen. Besonders kritisiert wurde dabei das Konzept der so genannten sicheren Drittstaaten und die damit verbundene Auslagerung der Verfahren. Außerdem will amnesty erreichen, dass der Personenkreis der Asylberechtigten erweitert wird. Um auf den "bröckelnden Schutz" von Flüchtlingen aus dem Kosovo aufmerksam zu machen, hatte die Schaumburger Gruppe am Stand ein Verbotsschild aufgestellt. Besonders Angehörige ethnischer Minderheiten (Roma, Ashkali) müssen bei einer Abschiebung um ihr Leben fürchten. Die 33 000 nach Deutschland geflohenen Flüchtlinge müssen, weil sie nur geduldet sind, ständig mit der Ausweisung rechnen. Der bundesweite Tag des Flüchtlings steht unter dem Motto "Flüchtlinge schützen - nicht abschieben". Der Tag wurde 1986 von Pro Asyl ausgerufen. Der internationale Weltflüchtlingstag datiert im Juni. Am 8. Dezember wird die "Gruppe 1019 Schaumburg" einen Stand zum "Tag der Menschenrechte" auf dem Weihnachtsmarkt aufbauen, 2008 will "amnesty international" im Vorfeld der Olympiade vor allem auf die Verletzungen der Menschenrechte in China hinweisen.

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