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Umweltschutzamt Minden: Noch gute Sauerstoffwerte / Talsperren garantieren hohen Wasserstand

Noch droht kein Fischsterben in der Weser

Rinteln (wm). Im Schwarzwald Flüsse, in denen man spazieren gehen kann - auf dem Kiesbett, weil kein Wasser mehr im Flussbett ist, und Schifffahrtsprobleme auf Rhein und Elbe - nur auf der Weser, die noch einen Wasserstand um 1,50 Meter hält, gibt es kein Problem. "Das verdanken wir dem guten Management des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden, das die Eder- und Diemeltalsperre betreibt", lobte gestern Dr. Frank Büthe für das Kiesunternehmen Eggersmann in Engern. Deshalb könne man weiter problemlos bei Hohenrode auskiesen und den Kies auf der Weser zum Werk transportieren.

Noch ist der Kiestransport von Hohenrode nach Engern kein Proble

Rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser würden pro Tag der Weser aus den Talsperren zugeführt, schilderte Christian Hoppmann, Leiter des WSA in Hann. Münden. Durch den vielen Regen im Frühjahr seien die Talsperren noch gut gefüllt. Die Talsperren seien in den Jahren 1905 bis 1914 ja nicht als Trinkwasserreservoir, sondern ausschließlich dafür gebaut worden, um den Mittellandkanal und die Weser aufzufüllen. Die derzeitige Wasserabgabe würde den Weserpegel um rund 30 Zentimeter anheben, und "das halten wir noch zwei Monate durch", auch wenn es in nächster Zeit keine größeren Niederschläge gebe. Entwarnung auch vom Staatlichen Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz (Stafu) in Minden, das die Wasserqualität der Weser kontrolliert. Zwar messe man zurzeit Wassertemperaturen bis zu 27 Grad, "normal" seien im Sommer etwa 23 Grad. "Doch wo die Weser fließt, beispielsweise bei Rinteln, sind die Sauerstoffwerte gut", so Stafu-Pressesprecher Hermann Wehe. Mit 7,25 bis 10 Milligramm pro Liter im Bereich Porta Westfalica und Rinteln bewege man sich noch im "grünen Bereich", ab 6 Milligramm gehe die "gelbe Warnlampe" an, ab vier Millimeter werde es für das Ökosystem in der Weser kritisch. Diese Werte habe man im "Jahrhundertsommer" 2003 fast erreicht: "Damals sind wir ganz knapp an einem Fischsterben in der Weser vorbeigeschrammt!"

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