weather-image

Nienstedter Schützenverein Horrido vor dem Aus?

Nienstedt. Beim Pokalschießen der örtlichen Vereine vor einigen Wochen war sie da, die ungezwungene, freundschaftliche Atmosphäre, die das Vereinsleben des Schützenvereins Horrido Nienstedt prägt. Aber unter die gute Stimmung der Besucher mischte sich auch Wehmut – der Verein steht vor dem Aus.

270_008_7785949_lkbm101_2210_nienst_horrido_pokalschiess.jpg
Jens

Autor

Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Entscheiden soll sich die Horrido-Zukunft Ende November. Für den 21. hat der Vorsitzende die Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung in das Gasthaus Deisterquelle einbestellt, um mit ihnen über die Auflösung des Vereins zu sprechen. In dem Gasthaus findet sich auch eines der Probleme, die das Ende des Vereins besiegeln könnte – eines, aber keineswegs das Einzige, wie Schelter betont. Mit Details will er sich bis zur Versammlung noch zurückhalten, drei gewichtige Faktoren sind allerdings bereits bekannt: Im Gasthaus Deisterquelle befindet sich der Luftgewehr-Schießstand des Vereins, doch der darf in der bisherigen Form nicht mehr betrieben werden. Zwar verfügt Horrido auch über einen Schießstand im Deister, die Anlage „im Walde“, wie sie bei den Schützen heißt, ist jedoch nur während der Sommermonate nutzbar.

Bei einer Begehung des Schießstandes in der Deisterquelle wurde festgestellt, dass der Brandschutz nicht den aktuellen Vorschriften entspricht. Entsprechende Umbaumaßnahmen sind jedoch teuer – sowohl der Betreiber der Gaststätte als auch der Verein scheuen angesichts der ungewissen Horrido-Zukunft die Investition. Dabei wird auch der Zusammenhang zur Altersstruktur des Schützenvereins deutlich. „Der Großteil der Mitglieder ist in meinem Alter“, sagt der Vorsitzende – und Schelter hat seinen 70. Geburtstag bereits vor einigen Jahren gefeiert.

Zwar verfügt der Verein derzeit über eine äußerst erfolgreiche Jugendmannschaft, die sich kürzlich beim Sommerbiathlon des Kreisschützenverbandes in Bakede sowohl in den Einzelwettbewerben als auch in der Mannschaftswertung hervortat, doch hat der Verein insgesamt ein Nachwuchsproblem. Die Jugend mit Jugendleiterin Martina Hönicke trainiert bereits in Eimbeckhausen, ein Wechsel zum benachbarten Schützenverein ist vorgesehen.

Und schließlich wird auch die Besetzung der Vorstandsposten zum massiven Problem für den Verein. Bereits im vergangenen Jahr hatte Schelter überaus deutlich signalisiert, nur noch für maximal ein Jahr das Amt des Vorsitzenden bekleiden zu wollen und so dem Verein die Möglichkeit zu geben, einen Nachfolger zu finden. Doch diese Bemühungen scheinen nicht von Erfolg gekrönt zu sein, lässt Schelter durchblicken. Am 21. November wird der Vorsitzende erfahren, wie die Mitglieder zur Auflösung stehen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare