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Nienstedter Pass: Motorradfahrer nur kurz auf der Bremse

BAD MÜNDER. Große Plakate wurden aufgestellt, ein Messgerät für Lärm und Geschwindigkeit am Nienstedter Pass angekündigt – allein das Personal, dass sich vor genau einem Monat am Nienstedter Pass zeigte, war beeindruckend. Doch schon damals hatten die Anwohner wenig Hoffnung, dass die Kampagne viel bewirken würde.

Plakate bitten Motorradfahrer um Rücksicht – aus Sicht der Anwohner hat die Kampagne aber nur eine geringe Wirkung. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Landkreis und Verkehrswacht hatten mehrere Plakate an der beliebten Motorradstrecke aufgestellt, wollten mit den Bildern und den Sprüchen die Fahrer zu Rücksicht und Vorsicht ermahnen – vor allem im Bezug auf die Anwohner.

Einen Monat später fühlen sich die in ihrer pessismistischen Haltung bestätigt. Heidrun Huber, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen den Motorradlärm in Eimbeckhausen, hat nur einen kurzen Effekt bemerkt: „Ganz am Anfang haben viele Motorradfahrer gebremst, haben sich das offenbar angeguckt.“ Ihr Haus steht in der kurvigen Auffahrt zum Pass, kurz vor dem Ortsschild. Mehrere Plakate weisen dort und an anderen Stellen entlang der Strecke auf unnötigen Verkehrslärm, rücksichtsloses Verhalten und Unfallgefahren hin.

Doch jetzt, rund vier Wochen später, sei der Effekt bereits verpufft. Obwohl die angekündigten Messgeräte für die Geschwindigkeit und den Lärm nun auch an der Straße hingen: „Dort wird nur sowas wie ‚leiser, danke‘ angezeigt.“ Am Anfang hätten Plakate und Messgeräte ein bisschen was gebracht, hat Huber den Eindruck, aber jetzt nehme der Lärm wieder zu. „Es zieht sich jetzt auch wieder weit in die Abendstunden unter der Woche“, berichtet die lärmgeplagte Anwohnerin.

Bis vor wenigen Wochen hätten die Anwohner auch hin und wieder die Nummernschilder der besonders lauten Motorradfahrer aufgeschrieben und auch einzelne Personen auf ihr Fahrverhalten angesprochen. Nachdem es darauf aber keine Rückmeldung mehr gegeben habe, habe man aufgegeben: „Wir machen uns da nicht mehr zum Affen.“

Huber setzt jetzt ihre Hoffnung darauf, dass aus den Messergebnissen entlang des Nienstedter Pass eine Idee abgeleitet, etwas unternommen werden kann. Außerdem ist für den 24. September ein Motorradgottesdienst im Pfarrgarten der Eimbeckhäuser Kirchengemeinde angedacht. Ihre Hoffnung: „Vielleicht kommen wir an dem Tag noch einmal ins Gespräch mit ein paar Motorradfahrern.“

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