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Klinik-Neubau: CDU-Stadtverband weist Wunsch von Stadthagens Bürgermeister Hellmann zurück

"Nienstädt kommt auf keinen Fall infrage"

Rinteln (crs). Der CDU-Stadtverband Rinteln weist den Wunsch von Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann, der geplante Klinik-Neubau möge "so nahe wie möglich an Stadthagen" liegen, in deutlichen Worten zurück. Der von Hellmann gewünschte Standort in Nienstädt komme für die CDU Rinteln "wegen der großen Entfernung auf keinen Fall infrage", schreiben Vorsitzender Veit Rauch und Pressesprecher Sebastian Westphal in einer Presseerklärung: "Das wäre, als wenn man aus Rintelner Sicht einen Neubau in Buchholz fordern würde."

Die für morgen zu erwartende Entscheidung des Kreistages für einen Klinikneubau stößt in Rintelns CDU auf "gemischte Gefühle". So befürchten Rauch und Westphal trotz einer Verbesserung der medizinischen Versorgung aus Sicht des gesamten Landkreises für Rinteln "eine deutliche Verschlechterung der Grundversorgung". Geklärt werden müsse insbesondere, wie es künftig um die Versorgung der Stadt mit einem Notarzt stehe: Bislang werde das Notarzteinsatzfahrzeug der Rettungswache Rinteln durch einen Arzt des Kreiskrankenhauses besetzt. Westphal und Rauch fordern, die notärztliche Versorgung auch künftig in Rinteln zu belassen, "damit ein schnelles Eintreffen des Notarztes am Einsatzort gesichert ist". Zugleich macht sich die CDU Rinteln bereits jetzt Gedanken um die Anbindung des neuen Klinikums an denöffentlichen Personennahverkehr. Aus Rinteln müsse das neue Krankenhaus "schnell, regelmäßig und problemlos" mit dem Bus zu erreichen sein: "Gerade ältere Mitbürger sind darauf angewiesen." Auch den Forderungen von Bediensteten und Gewerkschaft nach einer Arbeitsplatzgarantie schließe sich der CDU-Stadtverband "ohne Wenn und Aber" an. Auch Rintelns Seniorenbeirat und Behindertenbeirat stehen der Neubau-Entscheidung kritisch gegenüber. Als Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung kritisieren die Vorsitzenden Christoph Dreyer (Seniorenbeirat) und Manfred Pollmann (Behindertenbeirat) in einer Presseerklärung nicht allein die anstehende Entscheidung für den Neubau, sondern auch die aus ihrer Sicht unzureichende Informationspolitik des Landkreises. In einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages machen die Beiräte ihren Protest deutlich und "bedauern außerordentlich", dass das Krankenhaus in Rinteln aufgegeben werden soll. Nach Auffassung der Beiräte sind die Bemühungen, Rinteln zumindest als Außenstelle eines Schaumburger Klinikums zu erhalten, nicht mit Nachdruck verfolgt worden. Gerade das Beispiel des neuen Klinikums Minden, das offenbar erhebliche organisatorische und finanzielle Probleme habe, zeige aus Sicht der Beiräte, dass der geplante Wiesen-Neubau nicht zwangsläufig zu mehr Qualität, Wirtschaftlichkeit oder gar mehr Menschlichkeit führe. Dreyer und Pollmann befürchten durch den Bau eines Krankenhauses auf der grünen Wiese gerade für ältere und behinderte Menschen einen Verlust von Eigenständigkeit und darüber hinaus eine Abwanderung von Patienten nach Hameln oder Minden.

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