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Bürgermeisterin reagiert auf „befremdliches“ Kirchenvorstandsschreiben zum Laurentiusfriedhof

Nieber sieht Rat von Kirche unter Druck gesetzt

Bad Münder (jhr). „Das ist der Versuch, über die Öffentlichkeit den Rat unter Druck zu setzen. So geht man einfach nicht miteinander um.“ Bürgermeisterin Silvia Nieber zeigte sich gestern Abend im Rat „deutlich befremdet“ über die Darstellung der Verhandlungen über den Pachtvertrag zum Laurentiusfriedhof (NDZ berichtete) durch den Vorstand der Petri-Pauli-Gemeinde.


Nieber machte deutlich, dass die Stadt bislang mit dem Kirchenkreisamt als Verwaltungsorgan der Gemeinde verhandelt habe – und zwar vor dem Hintergrund, eine Entscheidung durch den Ortsrat und andere Gremien herbeizuführen. Zwei Vorschläge der Stadt zur Nutzung des Geländes seien dem Kirchenkreisamt noch Anfang Februar unterbreitet worden, beide waren im Vorfeld mit Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah abgestimmt worden. Die Stadt bot an, weiterhin die Grünanlage mit Wegen, Treppen, Bäumen und Rasenflächen zu unterhalten – für Unterhalt und Verkehrssicherung für Grabanlagen und Mauern sollte die Gemeinde sorgen. Für die Unterhaltung der Grünanlage schlug die Stadt die Kostenteilung im Verhältnis 80 (Kirche) zu 20 (Stadt) vor. Als Alternative habe die Stadt angeboten, für ein Wegerecht die Gemeinde jährlich mit 2000 Euro zu entschädigen.

„Das Kirchenkreisamt hatte in den Gesprächen lediglich darauf hingewiesen, dass der Gemeinde keine finanziellen Mittel für den Unterhalt der Anlage zur Verfügung stehen“, erklärt Nieber. Eine „grundlegend ablehnende Haltung“ sei nicht zu erkennen gewesen – entsprechend sorgte ein Schreiben des Kirchenvorstandes für Verwunderung. „Statt noch einmal das persönliche Gespräch zu suchen, hat der Kirchenvorstand und nicht das Kirchenkreisamt mit Schreiben vom 21. März die Verhandlungen für gescheitert erklärt und auf die Sperrung der Anlage zum 15. April hingewiesen“, schildert Nieber. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Beleuchtung, Pflasterung, Wege, Aussichtsplattform samt Stützmauer und andere Veränderungen beseitigt werden.

Nieber erklärt, dass die Stadt nach einer Ortsbegehung bereits 2009 angeboten habe, die Grünanlage „in vollem Umfang“ weiter zu unterhalten – wie bereits in den vergangenen 50 Jahren. Lediglich für Grabanlagen und Mauern sollte die Kirche Unterhalt und Verkehrssicherung übernehmen. Der Vorschlag sei bei der Kirche auf Ablehnung gestoßen, im Gegenzug wurde das Grundstück für einen symbolischen Preis zum Kauf angeboten. Für die Stadt kam diese Möglichkeit aber nicht in Betracht. „Wir können bei unserer Haushaltslage nicht Denkmäler kaufen“, so die Verwaltungschefin. Inzwischen will die Stadt beim Land eine Entschuldungshilfe beantragen, die aber konsequente Einsparmaßnahmen erfordert. Das damalige Angebot sei daher „nur noch in abgeschwächter Form“ aufrecht erhalten worden.

In der Frage des Zugangs zur Kita Laurentiusweg hat die Stadt bereits eine Lösung abseits des Laurentiusfriedhofs parat: Der Laurentiusweg wird neu gestaltet – damit könnten Kinder künftig sicherer zur Kita gebracht und von dort abgeholt werden. „Die Fußgänger-Zuwegung über die Lange Straße wird nicht mehr erforderlich sein“, so Nieber.

Sie kündigte weitere Gespräche mit der Gemeinde an – ein Aspekt, auf den auch CDU-Vertreter Hans-Ulrich Siegmund hinwies.

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