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Manfred Brocker referiert im Kreishaus

"Nicht die Bibel nach Bagdad bringen..."

Stadthagen (sk). Im gut besetzten großen Sitzungssaal des Kreishauses hat der Politikwissenschaftler Professor Manfred Brocker auf Einladung der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft e.V. über den Einfluss der evangelikalen "Rechten" in Amerika auf die Führungskreise der USA referiert.

Professor Manfred Brocker referierte für die Schaumburger Deutsc

Nach Aussage von Brocker, Dozent an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, ist die fundamentalistische christliche "Rechte" ein wichtiger Wählerblock in die USA, auf den Präsident George W. Bush nicht verzichten könne. In Wahlzeiten habe sich Bush der Themen der christlichen Rechten angenommen, die sich unter anderem gegen Abtreibung und Homosexuellen-Ehe wenden und das Schulgebet fordern. Im Kongress habe Bush die Anliegen aber nicht konsequent verfolgt. Den Stimmverlust der Nicht-Evangelikalen könne sich Bush nicht leisten, so Brocker. Das Reden des Präsidenten sei zwar religiös geprägt. Hier handele es sich jedoch um zivilreligiöse Rhetorik. Eine Zivilreligion, die die Bürger an den Staat bindet, etwa durch Feiertage wie den 4. Juli und Thanksgiving, sei in Amerika entstanden, weil es dort keine Staatsreligion gebe, klärte Brocker in einem Rückblick auf die amerikanische Geschichte auf. Wenn Bush, in dessen Beraterstab es keinen christlichen Fundamentalisten gebe, im Zusammenhang mit dem neu entstandenen Feindbild des Islam von der "Achse des Bösen" und "Kreuzzug" spreche, versuche er, alle Amerikaner anzusprechen. Bush gehe es nicht darum "die Bibel nach Bagdad zu bringen", sondern Freiheit und Demokratie.

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